Naturgarten

20. September 2020

Schwarze Bienen mit weisser Maske
Rainfarn-Maskenbiene auf Kamille

Ja, sie sehen richtig, hier tragen sogar die Bienen Masken!

Die Rainfarn-Masken­bienen sind 7 bis 9 mm klein, fliegen von Ende Mai bis Ende August, sie sind auf Korbblütler spezialisiert. Hier streiten sich wahrscheinlich zwei Herren.

Wir erleben dieses Jahr einen überaus sonnigen und warmen Herbst, ja regional sogar einen der wärmsten Augustmonate seit Messbeginn 1864.

Gelbe, knopfförmige Blüten
Rainfarn, eine sehr dekorative Blütenpflanze, bei vielen Bienen sehr beliebt (26.07.2020)
Lilablaue und weisse Blüten und Samenstände
Spätsommer, einen Monat später: Hochstaudenflur und Rosensträucher (18.08.2020)
Brauner Falter mit weisser Zeichnung
Schafgarben-Silbereule, Raupen
an verschiedenen krautigen Pflanzen

Nachtfalter

An den vielen heissen Spätsommerabenden mussten wir unser Haus kühlen - das heisst alle Fenster waren offen und die Zimmer zum Teil hell beleuchtet.

Und so kamen viele Nachtfalter zu Besuch - am Morgen waren sie dann jeweils wieder verschwunden.

Tagfalter, hingegen, kamen fast keine diesen Sommer. Erst jetzt besuchen einige Tagpfauenaugen die blauen Sommerastern. Überwintern sie auch dieses Jahr bei uns als Falter in der frostfreien Tenne?

Weisser Falter mit dunkelbraunen Flecken
Sturmvogel, Raupen an den
Blättern der Gewöhnlichen Waldrebe

Naturgartenpflege

Immer wieder hört man: Nicht aufräumen, einfach alles wachsen lassen! Das ist das Beste für die Natur. Und was passiert dann: Es wachsen die Stärksten, es wachsen Sträucher und schliesslich wachsen Bäume!

Gelbe Blüte auf dem Wasser
Auch auf dem Teich hat's Blumen - Seekannen (11.09.2020)

Kleine Gärten sind kein Urwald, sondern ein Abbild des Kulturlands mit seiner vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt, wie es hier über Jahrhunderte bis vor 50 Jahren üblich war.

üppige Teichrandbepflanzung
Üppiger Pflanzensaum aus Trockenspezialisten am Teichrand (11.07.2020)

Jäten rund um den Teich nach der ersten Blüte

Resede und Wegwarte haben sich fröhlich vermehrt, sie werden nun so zurückgenommen, welche innerhalb der Folie wachsen, nicht mehr bedrängen können.

Ausgelichtete Bepflanzung
Ausgelichteter Teichrand, die Sumpfpflanzen haben wieder genügend Platz (17.08.2020)

Einen Teil der Blütenpflanzen lasse ich jedoch für die Bienen (z.B. Resede-Maskenbienen) und die Vögel stehen.

Aufräumen mit Augenmass, so heisst die Devise im Naturgarten. Das ist auch für die Gärtnerin und den Gärtner eine spannende Sache!

Spätsommer am Teich

Grünschwarze Libelle beim Eierlegen
Blaugrüne-Mosaikjungfer legt am Teichrand Eier (02.09.2020)

Die Erdkrötchen sind ausgezogen, ein Grasfrosch hüpft abends hie und da ins Wasser, viele Libellen kommen immer noch zum Eierlegen. Bergmolchlarven haben immer noch grosse Kiemenbüschel,sie schwimmen im dichten Wasserschlauch umher...

Seltener Gast

Geschwänzter Blasenstrauch-Bläuling

Der Geschwänzte Blasenstrauch-Bläuling heisst auch Wanderbläuling, er besiedelt vor allem Mittelmeerländer mit frostfreien Wintern.

Ausnahnsweise fliegt er bis zu uns. Hübsch, nicht wahr?

Seine Eier legt er vor allem an den Blasenstrauch und die findet er in Naturgärten!

Ich habe ihn am 4. Oktober 2020 auf unserem blühenden Broccoli beim Nektartrinken fotografiert.

Teich mit Sträuchern und Brustwurz
Die Bepflanzung am Gartenteich ist immer noch üppig (03.09.2020)

Kompostbewohner

Ameisen mit vielen weissen Puppen
Unter dem Kompostvlies:
Ameisen und ihre Puppen (11.08.2020)

In unserem Gemüse­garten ist guter Kompost sehr begehrt. Er liefert den Dünger und wunderbar humose Erde.

Der Wiesen­schnitt, der Rückschnitt der Rabatten, Küchenabfälle und der gehechselte Sträucherschnitt - alles das kommt auf den Komposthaufen. Und der wird je nach Trockenheit, mit einem Vlies zugedeckt.

Nun habe ich die oberste, trockene Schicht abgenommen und den darunterliegenden Komposthaufen fotografiert.

weisse Pilzfäden
Feine Pilzfäden (Myzel) durchwachsen das kompostierte Material (15.08.2020)
Pilzkörper im Kompost (15.08.2020)

Als Erstes sehen wir Pilze, diese können schwierig zu knackende organische Verbindungen lösen.

Zu einem Pilz gehört sowohl das Myzel, das sind die feinen Fäden im Boden, als auch die bekannten Fruchtkörper auf der Erdoberfläche.

Pilze leben oft in Symbiose mit Pflanzen, sie erschliessen für diese mit ihren feinsten Wurzeln Nährstoffe und Wasser und erhalten dafür im Gegenzug Kohlenhydrate.

Erwachsene und junge Asseln
Asseln verschwinden möglichst schnell wieder ins Dunkel (15.08.2020)

Mauerasseln werden zu den Krebstieren gezählt. Sie leben an dunklen, feuchten Orten und ernähren sich von abgestorbenem organischen Material.

Ihre Eier reifen in einem mit Wasser gefüllten Brutbeutel an der Unterseite des Weibchens.

Der ganze Komposthaufen wird in ganz vielen Schritten, durch ganz viele Tiere, Bakterien und Pilze allmählich zu Humus abgebaut.

Leben unter Steinen und Hölzern

Sackspinne (ev. frisch gehäutet) vor ihrem Gespinstsack unter einem Stein (27.09.2020)

Sackspinnen sind nachtaktiv, sie jagen ihre Beute frei, d.h. ohne Spinnennetz und ziehen sich tagsüber in ihren Gespinstsack zurück.

Wegwespen Weibchen jagt eine Spinne

Das Wegwespen-Weibchen nebenan hat eine Spinne gefangen, es lähmt diese und bringt sie dann als Nahrungsvorrat für ihre Larve ins Nest. Anschliessend verschliesst es das Nest.

Viele hübsche Tiere leben im Dunklen unter Steinen, unter totem Holz, unter Laub und in anderen Verstecken.

Tausenfüsser? (09.10.2020)

Die einen ernähren sich von Laub, morschem Holz, andere jagen kleine Insekten.

Tigerschnegel und Schliessmundschnecke
(30.09.2020)

Schliessmundschnecken können das Gehäuse mit einen beweglichen Deckel verschließen.

 

Viele rote Hagebutten beim Garten
Die Hagebutten der Bereiften Rose (Rosa glauca) sind jetzt leuchtend rot (04.09.2020)
Rosenbogen mit Feldrosen-Hagebutten
Rosenbogen mit der Feld-Rose (Rosa arvensis) (17.09.2020)

Es ist Herbst, es hat kaum mehr Blüten, dafür hängen die Pflanzen voller Früchte.

20. Juli 2020

Schwalbenschwanz an Leinkraut
Schwalbenschwanz an Echtem Leinkraut
Eichelhäher im Gewöhnlichen Schneeball mit roten Beeren
Rispengraszünsler 18-24 mm, nachtaktiv,
Juni bis August, Raupen an Rispengraswurzeln

Ein recht sonniger und angenehm warmer Sommer lässt die Trockenheit vom Frühling vergessen.

Es blüht der ganze Garten – wir geniessen es sehr. Und es summt und brummt – Hummeln noch und noch! Ein Hummelvolk hat ihr Nest sogar in die Strohlehm-Wickel unterm Hausdach gebaut.

Und ja, Siebenschläfer wohnen ebenfalls unter unserem Dach und unterhalten uns nachts!

Unsere Blumenwiese

Trockene, hohe Grashalme
Blumenwiese, 2. Jahr (5. Juli 2020) - Samen der Mottenkönigskerzen waren bereits im Boden

Sie sehen es, wir haben es nicht geschafft, die Blumenwiese rechtzeitig zu mähen. Sie war zu schön!

Aber nun ist sie gemäht und das Schnittgut blieb drei Tage zum Aussamen liegen.

Gelbe Mottenkönigskerze und blaue Ackerglockenblumen
Mottenkönigskerze und Ackerglockenblumen

Im Gemüsegarten

Auch hier im Gemüsegarten blüht es üppig, Wildblumen noch und noch. Vielleicht freuen sich auch Salatköpfe, Bohnen und Co. über die buntfarbene und fein duftende Nachbarschaft.

Jedenfalls kommen viele Besucher: Honigbienen, Wildbienen, viele Hummeln, Käfer und Schwebfliegen. Wir vermissen jedoch die vielen Schmetterlinge der vergangenen Jahre.

Hellbraune Heuschrecke
Rote Keulenschrecke (Nymphe) 15.07.2020

"Darf ich vorstellen? Meine Nachbarin heisst “Gemeiner Grashüpfer” und ich bin zwar momentan noch eine Nymphe, aber bald werde ich zur ausgewachsenen “Roten Keulenschrecke”. Wir beide wohnen in der Wiese nebenan."

Unser Garten im Fernsehen

Der Regionalsender TELE TOP zeigte in der Woche vom 8. bis am 12. Juni 2020 in der Sendereihe Top Fokus die Vielfältigkeit der Gärten. Das Portrait unseres Gartens erschien am Donnerstag, den 11. Juni 2020.

Link zum Portrait unseres Gartens (von Colin Oberhänsli)

Ochsenauge, Ackerglockenblumen, Rainfarn und Schweizeralant
Blühstreifen zwischen Kartoffeln und Stangenbohnen (14.07.2020)

Blumen für die Tierwelt

Man hört es, man sieht es, man liest es: Es fehlen die Wildblumen in der Landschaft.

Pflanzen stellen in ihren Blüten den lebenswichtigen Zucker für die Insekten her – Insekten sind eine äusserst wichtige Lebensgrundlage für die ganze Pflanzen- und Tierwelt.

Kiesrabatte mit Trockenmauer
Kiesweg und -rabatte vor dem Haus

Hier, vor dem Haus, blüht's seit dem frühen Frühling. Zuerst Elfen­krokus, Küchen­schelle, Kleine Trauben­hyazinthe, Akelei, Kartäuser­nelke und Blutroter Storchschnabel. Dann Resede, Niedliche Glockenblume, Rundblättrige Glockenblume, Lavendel, Thymian und andere mehr; vorn im Bild Kriechender Hauhechel und dahinter Lavendel. Bergaster und Rosmarinweidenröschen blühen dann bis in den Herbst hinein.

Quartierstrasse, mit Gartentreppe
Gartentreppe beim Hauseingang: Viele Glockenblumen und ein Rosmarin-Weidenröschen
Blumentöpfe am Treppenfuss
Wildblumen mit verschiedenen Blühzeiten in Töpfen und Pflasterfugen

Die Pflasterfugen zwischen alten Katzenköpfen (alte, halbierte und abgelaufene Kiesel) sind ein beliebter Lebensraum für viele Wildpflanzen. Viele von ihnen sind ausserordentlich trittfest!

Glockenblumen-Saum bei der Rosenrabatte
Blüten in violett, karmin- und rosarot, lila, hellblau, blassgelb und weiss

In der Rabatte vor den Alten Rosen blühen einige Gartenpflanzen: Lavendel, Katzenminze, Steppensalbei, Aster x frikardii etc. Sie alle sind gute Nektarquellen und ziehen Insekten magisch an.

Falter am Badezimmerspiegel
Spieglein, Spieglein an der Wand...

Spieglein, Spieglein...

Abends bei hellbeleuchteten Zimmern und offenen Fenstern kommen sie zu uns, die Nachtfalter. Und wir sehen, was wir sonst nicht sehen: Die Insekten der Nacht.

Hier im Bild die extravagante Messingeule.

Teich mit Blütensaum
Viele Wildblumen auch rund um den Teich, ausser- und innerhalb der Teichfolie

Erdkröten

Kaulquappe schwimmt neben einem Stein
Erdkröten-Kaulquappe - bereits mit vier Beinen, aber immer noch mit Schwanz (02.06.2020)

Gespannt warteten wir auf die vollständige Umwandlung (Metamorphose) der Krötchen. Aus den kiemenatmenden Larven werden dabei lungenatmende Amphibien. Der Schwanz bildet sich dabei zurück.

Wir bewegten uns rund um den Teich nur noch ganz vorsichtig - aus Angst, kleine Krötchen zu zertreten.

Da, am 13. Juni lief das erste Krötchen vor unseren Füssen weg.

dunkelbraunes Krötchen auf weissem Quarzkiesel
Krötchen läuft zurück ins Wasser

Frisch umgewandelte Krötchen sind kaum 1 cm lang, bei uns waren sie vor allem an regnerischen Abenden unterwegs.

Die kleinen Krötchen treten nun den langen Marsch, von einem bis sogar drei Kilometern, zum Sommerquartier im Wald an.

Erwachsene Erdkröten

In unserem Garten wohnte schon immer die eine oder andere Erdkröte.

Mir gefallen Erdkröten, es sind heimliche Gartenbewohner, mir gefällt ihre selbstverständliche, ruhige Art.

Bei Dunkelheit hört man auch hie und da das leise Ük-Ük eines Männchens.

Erdkröten jagen Regenwürmer, Tausendfüßer, Laufkäfer, Spinnen, Schnecken, Raupen und nachtaktive Insekten.

Erdkrötenweibchen läuft weg
Nein, fotografieren, das ist zu viel, da geht sie lieber in Deckung!

Die Erdkröte wird erst mit 3–5 Jahren ge­schlechtsreif, und die meisten Weibchen, die dieses Alter erreichen, suchen den Laichplatz nur einmal in ihrem Leben auf, die Männchen häufiger.

Wasser und Randbepflanzung
Sumpfefeu und Binse - und Resede und Natternkopf
Mehlige Königskerze, Blutweiderich, Wegwarte am Teichrand
Ausserhalb der Folie ein üppiger Saum von Trockenspezialisten

26. Mai 2020

Sumpfschwertlilie
Waldkauz unter dem Kaminhut
Waldkauz im ungenutzten Kamin (09.05.02020)

Nein, wir hätten ihn nicht bemerkt, den hübschen Waldkauz, wenn nicht die Elster einen Riesenlärm und einen wilden Tanz rund um den ungenutzten Kamin des benachbarten Schulhauses vollführt hätte. Sie wollte den ungebetenen Gast ganz offensichtlich vertreiben! Die Elster hat den Waldkauz gehasst, so nennt man das.

Der Waldkauz aber blieb seelenruhig sitzen.

Hochstaudenflur in rot, blau und gelbgrün
Rote Lichtnelken, Bergflockenblumen und Zypressenwolfsmilch (01.05.2020)
Ergrautes Frühlingspelzbienen-Männchen
Frühlingspelzbiene ♂ - bei Regenwetter

Nach langer Trockenheit hat es endlich geregnet - der Garten atmete auf.

Etwas schwieriger ist ein langer Regen mit Wind für die Insekten. Da ist ein guter Platz wertvoll: Das Frühlingspelzbienen-Männchen, auf dem Bild nebenan, sitzt auf einem schmalen Bergbohnenkraut-Blatt und hält sich fest.

Es hat eine anstrengende Saison hinter sich: Immer schönes Wetter - sprich, immer fliegen!

Pinkfarbene Nelken auf Natursteinmauer
Pfingstnelke oder Grenobler Nelke: Duftet betörend, wächst im Jura auf
Felsen, in trockenen Felsspalten sowie in Trocken- und Halbtrockenrasen

Sie sind wieder da!

Auch die selteneren Wildbienen vom letzten Jahr sind wieder da.

Ich freue mich sehr!

Biene wärmt sich auf einem Stein auf
Glockenblumen-Felsenbiene ♀

Diese Bienenarten haben hier letztes Jahr Brutzellen gebaut, Pollen und Nektar eingebracht und je ein Ei hineingelegt. Und offensichtlich hat alles geklappt - ihre Jungen sind hier!

Sie sind Spezialistinnen und Spezialisten:

Glockenblumen-Felsenbienen brauchen für ihre Brutzellen Pollen und Nektar von Glockenblumen, die Natternkopf-Mauerbienen brauchen dasselbe vom Natternkopf.

Die Goldene Schneckenhaus-Mauerbiene baut ihre Brutzellen in etwas grössere Schneckenhäuser und zwar aus zerkauten Sonnenröschen-Blättern.

Blüten auch im Schattengarten

Insekten brauchen Blüten - dringend!

Für die sonnigen Standorte gibt es viele leuchtend farbige Blütenpflanzen, aber auch die schattigen Plätze können wir mit Blütenpflanzen schmücken.

Deren Farben sind zwar etwas dezenter, aber deswegen nicht weniger hübsch.

Blüten von unten
Vielblütiges Salomonssiegel

Aronstabs List:

Zuerst verströmt der Aronstab den Lieblingsduft einer Fliegenart.

Diese fliegen an, kommen aber nicht mehr weg, weil die Wände der Blüte seifig-glatt sind und die Fliegen nach unten rutschen. Zudem wird die Blüte nun verschlossen.

Am nächsten Tag werden die Fliegen mit Pollen überschüttet und schliesslich freigelassen.

Rosa und pinkfarbene Blüten
Immenblatt

Halbschatten- und Schattenpflanzen:

Hohe Schlüsselblume,
Hohlknolliger Lerchensporn,
Buschwindröschen,
Frühlingsplatterbse,
Maiglöckchen,
Ährige Rapunzel,
Echter Waldmeister,
Waldgeissbart,
Goldnessel,
Walderdbeere,
Schwarzviolette Akelei,
Fingerblättrige Zahnwurz, Salomonssiegel, Bärlauch (wuchert!), Rote Waldnelke, Nesselblättrige Glockenblume, Pfennigkraut, Waldengelwurz, Echter Baldrian, Wald-Frauenfarn, Echter Wurmfarn, Hirschzunge etc.

Blühstreifen mit Wiesenblumen

Blumenwiese
Blühstreifen mit Margeriten, Kuckuckslichtnelken, Gräsern, Wiesenbocksbart, Wiesensalbei

Die Listspinne

Dieses Spinnenweibchen ist mit ihrem Eikokon unterwegs und hat sich auf meinem draussen aufgehängten Gläsertuch niedergelassen.

Im Eikokon sind viele kleine Prälarven. Bevor sie schlüpfen, webt die Spinne ein Glockengespinst und hilft den Kleinen schliesslich den Kokon zu öffnen. Sie setzt sich neben das Glockengespinst und bewacht ihre Jungen. Die kleinen Spinnen beginnen nach etwa einer Woche selbstständig zu werden, sie seilen sich aus dem Kinderstubennetz ab und bauen ihr erstes eigenes Netz. Ausserdem können sie jetzt bereits ihre erste Beute fangen.

Graubraune Schrecke
Langfühler-Dornschrecke

Ich bin eine Dorn­schrecke

Wahrscheinlich kennen Sie mich nicht. Ich bin eine Langfühler-Dornschrecke und wohne hier in der Rosenrabatte.

Sie denken, mein Kleid sei eher schlicht? Man sieht, Sie kennen den Wert einer guten Tarnung nicht! Mich muss man zuerst einmal finden!

Übrigens, ich bin nur knapp einen Zentimeter lang und ernähre mich von kleinen Pflanzen.

Unser Gemüsegarten

Gemüsegarten von oben
Seit 30 Jahren unser Gemüsegarten (19.05.2020) - umrahmt von einer Wiese
Kamillen, Mohn und Wiesenblumen
Blumen inner- und ausserhalb des Schneckenzauns

Wir geniessen es sehr, unser eigenes Gemüse zu ziehen.

Gibt es Salat, Kartoffeln, Bohnen, Tomaten, Gurken, Erdbeeren, Johannis- oder Brombeeren, dann einfach ab in den Garten und ernten!

Sie denken, ich hätte da wohl etwas Wichtiges vergessen? Die Arbeit nämlich! Stimmt!!

Aber uns macht die Gartenarbeit Freude!

Blumewiese mit Gräsern
Blumenwiesen-Streifen, zweijährig (19.05.2020) - letztes Jahr eingesät

Mohnblumen sind Ackerbegleitpflanzen, sie ziehen als geliebtes Unkaut durch unseren Gemüsegarten.

Erdkröten-Kaulquappen

Viele Kaulquappen unter Wasserpflanzen
Erdkrötchen: 10. Mai 2020

Den Erdkröten-Kaulquappen ist nichts passiert, trotz eisiger Temperaturen im Frühling. Sie sind nun schon ziemlich gewachsen, bereits sind ihre Hinterbeine zu sehen.

Krötenkaulquappen weiden Algen und abgestorbene organische Substanzen von der Wasseroberfläche ab.

Während der ersten Wochen waren die Kaulquappen immer in grossen, langgezogenen Schwärmen unterwegs. Seit sie älter sind, bilden sie viele kleine Grüppchen.

Kaulquappen-Schwarm
Viele, viele Kaulquappen: 22. April 2020
Teich mit blühenden Sträuchern und Stauden
Der Schwarze Holunder, Resede, Sumpfiris und Kartäusernelken blühen (21.05.2020)
Topfpflanzen bei der Treppe
Erste Blüten innerhalb und ausserhalb der Blumentöpfe (22.04.2020)
Diptam im Durchlicht
Diptam: wächst im Wallis (Rhonetal), im südlichen Tessin und im Randen b. Schaffhausen

Bei uns wächst der Diptam auf dem Hausplatz, er ist natürlich nicht standortheimisch, aber wunderschön!

6. April 2020

Gewöhnliche Küchenschelle
Türkentaube beobachtet uns durchs Fenster

2019/20 war das zweit­mildeste Winter­halbjahr seit 1864.

Die Vegetation ist nun weit fort­geschritten, das Gras wächst, die Kirschbäume haben schon dicke Knospen, frühe Blumen blühen.

Und wir Menschen? Um die Ausbreitung des neuen Pandemie-Virus Sars Cov2 einzudämmen empfiehlt das BAG: "Bleiben Sie zu Hause, arbeiten Sie im Garten, richten Sie den Balkon ein..."

Taubenparade vor dem Stubenfenster

Damit Sie Ihren Balkon oder den Garten trotz geschlossener Gärtnereien hübsch einrichten können, lohnt es sich, im Internet nach Lieferdiensten für Wildpflanzen und Gemüsesetzlingen zu suchen oder Sie können auch Wildblumensamen online bestellen und die Pflänzchen selber aufziehen.

Vögel im Garten

Am 20. März 2019 landete ein Graureiher auf unserem Hausdach - hübsch, nicht wahr? Und ja, er blieb bis nach dem Fotoshooting!

Graureiher jagen Kleinsäuger auf Wiesen, Äckern und an Strassenböschungen, sie lauern Amphibien in Feuchtgebieten und an Weiherufern auf und sie fischen an Flüssen und Seen.

Der Graureiher wurde 1929 unter Schutz gestellt und ist seither nicht mehr akut gefährdet.

 

Rotkehlchen

Kälteeinbruch

Alle Wetterstationen meldeten auf den 29. März für den Abend einen Kälteeinbruch mit Schnee und Eis.

Am 29. März am Mittag war unser Garten voller Vögel. Sie suchten die Wege, die Trocken- und die Rosenrabatte ab.

Türkentauben, Elstern, Amseln, Buchfinken, Rotkehlchen, Bachstelzen, Kohl- und Blaumeisen sowie Goldammern suchten in der Erde und an Sträuchern Futter - und wurden dabei durch die geschlossenen Stubenfenster fotografiert.

Goldammer, Männchen
Buchfink, Weibchen

Vögel können sich in kürzester Zeit auffüttern und Fettreserven anlegen.

Am 30. März und folgende Tage herrschten eisige Temperaturen, auch lag etwas Schnee.

Woher aber haben die Vögel gewusst, dass es nochmals kalt wird?

Unterschlupf bei der eingefallenen Holzbeige am 31. März 2020
Buschwindröschen in der Abendsonne am 19. März 2020

Wildbienen

Zweifarbige Sandbiene auf Schlüsselblume
Gehörnte Mauerbiene
Frühlingspelzbiene, Weibchen

In hohem Tempo besuchen die Frühlings­pelzbienen-Männchen erste Blüten und markieren die besten Sammelrouten für ihre Weibchen.

Diese verlassen ihre Brutzellen erst 10-14 Tage später.

Im Bild oben schlüpft ein Frühlings­pelzbienen-Weibchen aus dem Boden, es hat hier als fertige Biene überwintert.

Erste Blumen: Schlüsselblumen und Hohler Lerchensporn
Taubenschwänzchen auf Hohlem Lerchensporn

Wanderfalter im Klimawandel

Taubenschwänzchen überwintern in Südeuropa oder in Nordafrika und fliegen im Juni bei uns ein.

Dank des unglaublich warmen Winters ist es diesem Taubenschwänzchen offensichtlich gelungen, trotz seiner Frostempfindlichkeit bei uns zu überwintern. Auch anderen Wanderfaltern gelingt die Überwinterung in Mitteleuropa immer häufiger. Bereits vor drei Wochen habe ich einen Admiral gesehen, er ist ebenfalls ein Wanderfalter.

Blumentöpfe:
Fit für den Sommer

In unseren Blumentöpfen wachsen Wildblumen der Trockenstandorte. Sie sind bescheiden in ihren Ansprüchen und blühen in leuchtenden Farben.

Die meisten Pflanzen wachsen schon seit vielen Jahren im selben Topf. Sie erhalten jetzt lediglich oben drauf zwei, drei Zentimeter frische Blumenerde, ausserdem schneide ich die dürren Stängel zurück.

Die Töpfe sind häufig zu dicht bewachsen, weil die Pflanzen der Nachbarstöpfe sich ausgesamt haben - dann müssen die Töpfe ausgelichtet werden.

Im Frühling und den Sommer über erhalten die Topfpflanzen ein paar Mal etwas flüssigen Biodünger - und bei Trockenheit natürlich Wasser!

Diese Weinbergtulpe blüht zum zweiten Mal - innert 15 Jahren!
Huflattich in der Blumenrabatte des Gemüsegartens

Erdkröten laichen im Teich

Mitte März waren sie plötzlich da! Mindestens drei Erdkrötenweibchen - und huckepack auf ihnen die Männchen. Weitere Männchen warteten ebenfalls auf ihr Glück. Bald spannten sich die Laichschnüre um die dürren Stängel des Kleinen Rohrkolbens.

Mit grosser Ruhe und ohne sich in die Quere zu kommen, wir gelaicht

In den folgenden Nächten herrschte Frost und über dem Teich lag nachts und am Vormittag eine dicke Eisschicht. Wir bangten um die Krötchen.

Aber jetzt, am 6. April, hängen winzige kleine Kaulquappen in den Laichschnüren, sie haben offensichtlich überlebt. Wir freuen uns sehr!

Gartenteich im Abendlicht am 26. März 2020

Die Laichschnüre sind im Bild vorne - im Wasser - um die letztjährigen Rohrkolbenstängel gelegt. Es sind viele tausend Kaulquappen!

25. Februar 2020

Elfenkrokusse
Eichelhäher im Gewöhnlichen Schneeball mit roten Beeren
17. Febr. 2020: Erste Schlüsselblumen

Nein, schöne Schnee­fotos gibt es immer noch keine - dazu ist es viel zu warm.

Uns betören momentan blühende Krokusse, Schlüsselblumen, Nieswurze und Schneeglöckchen. Sie ziehen unsere Blicke magisch an.

Warum wohl? Wir sind doch gar nicht gemeint, schliesslich sind wir keine Käfer, Bienen, Wespen oder Schmetterlinge! Warum faszinieren sie uns trotzdem?

lila Krokusse unter dem Rosenstrauch
Elfenkrokusse in der Rabatte vor dem Haus (Bild 17.02.20)

Auch die Pflasterfugen haben sich bereits gerüstet. Nur noch etwas Wärme und Licht und es wächst.

Oder ist dies etwa ein Tiny House für Pflanzen? Pflanzen können nämlich nicht nur dicht beisammen stehen, nein, sie können auch sehr, sehr viel kleiner als ihr Standard sein, trotzdem sind sie gesund. Auch als allerkleinste Winzlinge können sie Samen bilden und sich vermehren.

Übersicht: Garten vor dem Haus
Kiesrabatte vor dem Haus (Bild 17.02.20)

In winterlichen Gärten spielen dürre Samenstängel eine wichtige Rolle, sie geben dem Garten hübsche Struktur und lassen ihn lebendiger erscheinen.

Nieswurz im Morgenlicht
Nieswurz in der Hochstaudenflur

Frühe Blüte ohne Hummeln

Die Nieswurz blüht - aber keine Hummel weit und breit!

Wo sind alle die Königinnen der Grossen Erdhummel? Ist es noch zu früh?

Da springen jetzt die Honigbienen ein - die sind Haustiere und werden bei Bedarf gefüttert. Sie sind somit unabhängiger von schwierigen Wetterlagen.

Hell leuchtende Samenstände von Rosmarinweidenröschen
Hübsch, nicht wahr? Samenstände von Wilden Möhren und Rosmarinweidenröschen, Golddistel u.a. (Bild: 12.01.2020)

Stein- und Totholzhaufen

Wir haben unseren Steinhaufen und den Totholzhaufen vergrössert.

Holz- und Steinhaufen im Gegenlicht
Stein- und Totholzhaufen

Recycling von Laub und Holz

Wie kommt es, dass Laub und Pflanzenstängel im Frühling federleicht und fast weiss sind?

Einfach so? Nein - es ist Recycling vom feinsten! Pilze, Bakterien und Kleinstlebewesen bauen das Pflanzenmaterial in vielen aufeinander abgestimmten Schritten allmählich ab. Was bleibt ist feiner Humus - das Ausgangsmaterial für neues Pflanzenwachstum.

Holz- und Steinhaufen mit integriertem Spaltstock
Der Holzhaufen ist länger geworden - jetzt kann er noch in die Höhe wachsen

Beim Bau von Stein- und Holzhaufen haben wir darauf geachtet, dass verschiedenen Hohlräume als Unterschlupf für Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien und Insekten entstanden sind.

Pilze auf Totholz

Im Winter wachsen im Garten auf alten Baumstrünken und auf anderem Totholz viele verschiedene, wunderhübsche Pilze.

Orangerot/weiss und grau/orange gestreifte Pilze
Schmetterlingstrameten auf Schlehdorn (18.02.2020)?
Weisse Pilze direkt am Holz
Striegelige Trameten
auf Schlehdorn (17.12.2019)

Trameten

Trameten sind Weiss­fäulepilze. Weiss­fäulepilze können als Einzige den gelben Holzbaustoff Lignin abbauen.

Holz besteht zu ca. 50 % aus Zellulose, der Rest sind Hemizellulose und Lignin. Weiss­fäulepilze bauen alle drei Holzbaustoffe ab, am Schluss bleibt aber etwas von der weissen Zellulose übrig. Holz, Pflanzenstängel und Laub sind nun durch den Abbau leicht und weiss geworden.

Orange gestreift Pilze mit weissem Rand
Ockerfarbene Trameten
auf Schlehdorn (18.02.2020)?

Wenn die Pflanzenstängel im Herbst stehen bleiben, erscheint daher der Garten im Laufe des Winters immer heller und silbriger.

Warten auf den Frühling

Jedes Jahr überwintert ein Tagpfauenauge an der Decke unseres Futtertenns, einem Nebenraum des Stalls. Der Raum ist frostfrei und nicht allzu trocken.

Wenn es etwas wärmer wird, öffnen wir das Fenster, damit er bei genügend warmem und trockenen Wetter ausfliegen kann.

Aber wie stellt er das fest? Das Fenster ist doch sehr klein, der Raum dunkel und bis in den Sommer hinein recht kühl.

Kornellkirsche in der Wildsträucherhecke (28.02.2020)

Und übrigens, ich habe am 24. Februar 2020 bereits einen Admiral vorbeifliegen gesehen!