Naturgarten

5. Juli 2018

Blaubraun schimmernder Falter mit heller Unterseite
Kurzschwänziger Bläuling, Weibchen

Seltener Besuch: Kurz­schwänziger Bläuling

Hübsch, die zwei Schwänzchen an seinen Hinterflügeln! Übrigens, er liebt warme und blumenreiche Heckensäume.

Er ist, Klimaerwärmung sei Dank, nun auch bei uns hie und da zu sehen. Seine grünen Raupen sind ca. 10 mm lang und leben an verschiedenen Kleearten.

Insekten braucht die Welt:

Sie wissen es, Insekten sind rar geworden! Insekten sind jedoch eine wichtige Futtergrundlage für viele Tiere - zudem befruchten sie unsere Kulturpflanzen!

Blumen im Kies in Blau- und Lilatönen
An unserem Strassenrand: Ackerglockenblumen, Thymian, Oregano, Labkraut, Wundklee...

Viele Insekten ernähren sich von Blütennektar und sind deshalb auf ein langanhaltendes und vielfältiges Blütenangebot angewiesen.

Insekten sind auch oft auf ganz bestimmte Pflanzenarten spezialisiert - gibt es diese Pflanzen nicht mehr, verschwinden auch "ihre" Insekten.

Staudenrabatte in Blau und Rosa
...Weidenröschen, Edelgamander, Taubenskabiose, Lavendel, Glockenblumen, Tripmadam
Blau, gelb und lila in Blumentöpsen
Pflanzenvielfalt in Blumentöpfen

Wildblumen in Töpfen

In den Blumen­töpfen, gleich neben der Haustüre, blühen viele verschiedene Wildblumen.

Und sie haben Besuch:
Viele verschiedene Wild­bienenarten, Schweb­fliegen, kleine Wespen, Falter und Honigbienen, alles auf kleinstem Raum.

Insekten schützen sich

Vögel, Libellen, Wespen, Fledermäuse und viele andere mehr jagen tagein tagaus Insekten in unserem Garten. Und trotzdem wimmelt, summt und brummt es immer noch bei uns. Insekten haben oft viele Nachkommen, zudem schützen sie sich durch geschicktes Verhalten, durch optimale Form und Farbe, durch geeignete Waffen und nicht wenige mit Gift vor dem Gefressen werden.

Eine Rauchschwalbe füttert ihre Jungen
Schwalbenfütterung

Junge Rauchschwalben

Plötzlich sassen sie da - die fünf jungen, gut genährten und trotzdem immer hungrigen Rauchschwalben. Alle paar Minuten brachte ein Elternteil die nächste Portion Insekten; schön der Reihe nach kamen sie dran!

"Zu zweit bringen die Schwalbeneltern täglich 250–350 Futterportionen mit 15 bis 20 Insekten ans Nest.

Bis zum Ausfliegen der Jungen sind dies 100'000 Fliegen und Mücken, was gut einem Kilo Insektenfutter entspricht.

Junge Rauchwalben auf der Dachrinne
Weiter warten ... (durchs Küchenfenster fotografiert )

Damit die Altvögel so viel Futter beschaffen können, braucht es rings um den Standort gute Nahrungsquellen. Heckenränder, hochstämmige Obstgärten, Einzelbäume und Viehweiden haben sich als optimale Jagdgebiete erwiesen. Hier finden die Rauchschwalben zwei- bis dreimal mehr Insekten als auf Wiesen und in Äckern." (Text: vogelwarte.ch)

Zu erwähnen wären da natürlich noch die Naturgärten!

Pause am Teich unterm Sonnenschirm
Und wir? Ausruhen und zuschauen...

Bereits einen Tag später war an unserem Teich Flugschule für die jungen Rauchschwalben. Sie übten "Wasser trinken im Flug" - immer und immer wieder.

Tagtäglich jagt die ganze Rauch­schwalben­familie Insekten über unserem Gemüsegarten - immer vormittags sowie abends zwischen fünf und sieben Uhr.

Im September werden dann die geschickten Flieger die Schweiz verlassen und nach Afrika ziehen. Sie werden im Kongobecken überwintern und im nächsten Frühling in den Kuhstall unseres Nachbarn zurückkehren.

Abendstimmung am Teich
Ganz allmählich wachsen die Sumpf- und Kiespflanzen an unserem Teich (2. Jahr)

Abends am Teich

Nach dem Einnachten, wenn die Libellen verschwunden und die Vögel verstummt sind, tauchen plötzlich, wie aus dem nichts, zwischen den Büschen und unter dem Scheunendach die Fledermäuse auf. Auch sie trinken im Flug Wasser aus dem Teich und jagen mit ihren unglaublichen Flugkünsten nach Insekten.

Blutweiderich, Segge, Sumpfschwertlilie und Ochsenauge im Abendlicht am Teich
Letzte Sonnenstrahlen

Als dann aber letzthin bei Dunkelheit eine Eule, wahrscheinlich ein Waldkauz, völlig lautlos zwischen den Sträuchern und dem Haus vorbeiflog -
echt schaurig schön, wir freuten uns riesig!

28. Mai 2018

Hummelschwärmer, als Raupe lebt er an vor allem an Heckenkirschen
Grosser Gelb-schwarzer Schmetterling
Schwalbenschwanz an Kartäusernelke

Immer Sonnen­schein und warme Tempera­turen, wer wünscht sich das nicht!

Viele unserer Wildblumen sind Trocken­spezialisten, sie stört die momentane Trockenheit und Wärme wenig. Auch die Insekten lieben das sonnig warme Wetter - so haben sie jeden Tag Flugwetter.

Unser Garten leuchtet und duftet. Viele Insekten besuchen uns, es flattert und summt.

Zwei Bläulinge turteln auf einer Margrite
Hauhechel-Bläulinge, Männchen (blau) und Weibchen (braun)

Die pink roten Kartäusernelken sind offensichtlich ein Schmetterlingsmagnet. Täglich werden sie von Schwalbenschwanz, Taubenschwänzchen und Hummelschwärmern (siehe Bild ganz oben) und anderen besucht.

Wir freuen uns sehr, dass dieses Jahr mehr Hummelschwärmer zu uns kommen. Hummelschwärmer-Raupen leben auf Heckenkirschen, Labkraut oder auf Witwenblumen.

Blumenwiese mit Wildrosen
Gartenweg - noch nicht gemäht, dahinter die Apfelrose

Unsere Wiesenwege werden erst jetzt gemäht. Dank dem trockenen Wetter sind die schönen, hohen Gräser stehen geblieben.

Als Durchgang diente ein einfacher Trampelpfad.

Später blühende Pflanzen dürfen stehen bleiben.

Letztes Jahr haben wir unseren Gemüsegarten etwas verkleinert und eine Wildblumenwiese eingesät. Jetzt, im zweiten Jahr, blühen bereits viele Blumen zwischen den dekorativen Gräsern. Bläulinge und viele andere mehr freuen sich über die neue Pracht.

Farbige Blumenwiese
"UFA-Wildblumenwiese Original CH- i -G", im letzten Frühjahr eingesät

Blühstreifen

Kantone und Gemeinden haben die Bewirtschaftung der Strassenränder zum Teil umgestellt. Wo früher ewiges Grün wuchs, blühen jetzt farbige Wildblumenwiesen. Genauer hinschauen lohnt sich!

Blühstreifen mit gelben, blauen und rosa Blüten
Wunderschöne Blühstreifen an der Strasse zwischen Wil (SG) und Zuzwil

Naturschutzgebiete, Blühstreifen an Wiesen, Äckern und Strassen, naturnah bewirtschaftete Firmen- und Wohnareale, und Naturgärten! bilden ein Netz geschützter Standorte für Pflanzen und Tiere.

Wildbienen

Honigbienen, Hummeln und viele Wildbienen umschwärmen die zahlreichen Blüten, es summt und brummt in unserem Garten.

Die Glockenblumen-Scherenbienen und die Reseden-Maskenbienen haben sich bei uns über die letzten Jahre vermehrt. Sie sind beide je auf eine einzige Pflanzenfamilie spezialisiert, denn ihre Larven können lediglich die Pollen "ihrer" Pflanzenfamilie verdauen.

Wildbiene erntet Glockenblumenpollen
Grosse Glockenblumen-Scherenbiene

Den hübschen Herrn auf dem oberen Bild erkennt man am nach oben abgewinkelten Hinterleib und an den langen weissen Fransen der Vorderbeine.

Die Glockenblumen-Scherenbienen sind sehr scheu und flink, deshalb sind sie schwierig zu fotografieren. Das Weibchen auf dem Bild rechts hat eine weisse Bauchbürste; darin transportiert sie den Blütenpollen in ihre Brutzellen.

Schmaler Blühstreifen
Blühstreifen: Rosa Luzerne, blaue Wiesensalbei und Skabiosen, grüne Gräser...

Libellen

Liebelle klammert sich an Larvenhülle
Königslibelle, frisch geschlüpft

Frühe Adonislibellen, Plattbauchlibellen und Königslibellen kreisen über dem Teich. Wobei die Königslibelle meistens allein ist, weil sie alle anderen Libellen vertreibt.

Hellgelbe Eintagsfliege auf dem Wasser
Frisch geschlüpfte Eintagsfliege, ihre Larven lebten ein Jahr lang auf dem Teichgrund

Die letzten zwei Wochen sind unglaublich viele Eintagsfliegen geschlüpft. Sie steigen auf der Wasseroberfläche aus der Larvenhaut und fliegen weg.

Bergmolch mit Eintagsfliege im Maul
Bergmolch mit Eintagsfliege

Bergmolche versuchen die Eintagsfliegen zu fangen, ehe sie wegfliegen können. Die Rücken­schwimmer sind ebenfalls schnell zur Stelle, lähmen die Fliege und saugen sie anschliessend aus.

Eine Bachstelze kommt in letzter Zeit ebenfalls häufig vorbei. Sie läuft dem Teichrand entlang, stellt sich auf einen Stein - und schnappt sich die nächste auffliegende Eintagsfliege.

Die sehr zahlreichen Eintagsfliegen sind um diese Zeit ein wichtiges Futter für viele Tiere.

Gelbe Wolfsmilch
Sumpfwolfsmilch am Teichrand

Erdkröten-Kaulquappen

Viele Tausend Erd­kröten-Kaulquappen zogen in Schwärmen durch unseren Teich. In grossen Gruppen putzten sie den Teichrand und frassen die Algen und anderes Plankton. Schliesslich hatten einige bereits vier Beine.

Erdkrötchen 1 cm gross, am 06. Juni 2018

Plötzlich waren sie verschwunden und wir ahnten Schlimmes.

Zehn Tage später jedoch hüpften winzig kleine Wesen zwischen und auf den Steinen am Teichrand. Wo waren sie gewesen? Herzlich willkommen!

Gartenteich mit Spiegelbild
Die Sumpfschwertlilie (gelb) und die Sibirische Schwertlilie (blau) blühen
Blühender Holunder
Der Schwarze Holunder wächst wohl in den Himmel?

18. April 2018

Grünes Heupferd auf der Wildtulpe
Leuchtend gelbe Tulpe
Einheimische Wildtulpe mit Grünem Heupferd

Zwei unserer Wein­berg­tulpen blühen! Ich habe die Zwiebeln 2004 gepflanzt und jetzt blühen sie zum ersten Mal.

Weinbergtulpen sind vor einigen Jahrhunderten aus dem Mittelmehrraum in die Gärten nördlich der Alpen eingewandert. Sie lieben es immer noch sonnig und warm und sind meist in der Nähe von Gartenkulturen, wie den Weinbergen, zu finden.

Wildtulpen und Traubenhyazinthe
Unsere zwei Weinbergtulpen

Weinbergtulpen blühen nur, wenn ihnen der Standort wirklich zusagt, ansonsten breiten sie sich wohl aus, bilden aber nur Blätter.

Aber jetzt blühen unsere Wildtulpen betörend schön - wir freuen uns sehr!

Gelbe Strahlenblüten
Huflattich im Gemüsegarten

Die strahlend-gelben Huflattichblümchen erscheinen sehr früh im Frühjahr. Leider ist Huflattich sehr ausbreitungsfreudig, zudem erscheinen nach der Blüte grosse Blätter, welche viel Platz brauchen

Farbige Blütenteppiche
Nahrung für die Bienen: Erster Blütenflor in der Trockenrabatte

Traubenhyazinthen, Zypressenwolfsmilch, Küchenschellen und Narzisse bilden einen farbigen Blütenteppich.

Erdkröten

Letztes Jahr im Spätherbst ist ein Grasfrosch in unserem Keller (mit Naturboden) unter die Kartoffelharasse geflüchtet. Deshalb waren wir den Winter über beim Umhergehen vorsichtig.

Und richtig, im Frühling, was sass denn da?

Erdkrötenpaar zwischen Laichschnüren
Erdkrötenpaarung am 2. April 2018

Aber nein! - Da sass ja ein Erd­kröten­weib­chen. Ein paar Stunden später ent­deckten wir ein Erdkrötenpaar im Teich beim Laichen. Auch am nächsten Tag laichte ein weiteres Erdkrötenpaar am selben Ort.

Ein Gelege umfasst 2000-3000 Eier, die Doppelschnüre werden zwischen die Pflanzen gespannt.

Laichschnüre zwischen Wasserpflanzen
Erdkrötenlaich: Schwarzgetüpfelte Schnüre im Teich

Die kleinen Kaulquappen haben eine gewisse Überlebenschance, auch wenn Räuber im Teich sind.

Bei einem Angriff sondern sie einen Schreckstoff aus, welcher die Angreifer fernhalten soll und die anderen Kaulquappen zur Flucht veranlasst. Ausserdem schwimmen sie nahe zusammen im Schwarm, was einen Angriff zusätzlich erschwert.

Nach knapp zwei Wochen sind sie nun bereits kleine Kaulquappen. Es wachsen ihnen Kiemen, damit sie auch unter Wasser atmen können.

Sie bleiben aber vorerst noch zusammen beim Laich.

Erdkröten-Kaulquappen, am 22. April 2018

Fertig entwickelt verlassen sie den Teich im Sommer und sind doch erst 1 cm gross. Erdkröten werden mit 3 - 5 Jahren geschlechtsreif, die Weibchen laichen nur alle 2 - 3 Jahre. Erdkröten werden in freier Natur maximal 10 - 12 Jahre alt.

Wildbienen

Erste Wildblumen und ihre Wild­bienen sorgen zusammen für Nachwuchs. Es gilt der alte Tauschhandel: Pollen und Nektar für die Bienenbrut im Gegenzug werden die Blüten befruchtet.

Blauviolette Blüten
Die gewöhnliche Küchenschelle bietet erstes Bienenfutter an - gegen Bestäubung natürlich!
Gehörnte Mauerbiene an Traubenhyazinthe
Eine Gehörnte Mauerbiene
(ein Männchen, nur das Weibchen hat Hörnchen)
Schwarz-braun-orange Biene
Ein Männchen der Roten Schneckenhaus-Mauerbiene (Osmia aurulenta)
Holunder mit frischen Blättchen
Neues Grün

18. März 2018

Elfenkrokusse bilden schöne Teppiche

 

Elfenkrokusse unter der Rose

Sie sehen, gross ist die Auswahl bei den neuen Blumenbildern immer noch nicht.

Nach dem warmen Januar war es bis Ende Februar bitter kalt. Sogar die Elfenkrokusse hatten nachher Frostschäden!

Kurz vor Mitte März benutzten wir die paar Föhntage, schnitten die dürren Stängel weg, jäteten und rechten das Laub von den Kieswegen.

Zweiblättrige Blausterne am 13. 03. 2018
Dieselben Blausterne am 15.03.2018
Und nochmals diese Blausterne, fotografiert am 17.03.2018

Ameisen als Säerinnen

2004, beim Bau unseres Gartens, haben wir haben wir 10 Zwiebeln des zweiblättrigen Blausterns (Scilla bifolia) unter der Rosenhecke gesteckt.

Nun blühen diese hübschen, kleinen Blütenbüschel im ganzen Beet; kein geschlossener Teppich - nein, der blaue Schleier liegt wie lockerer Schaum über dem ganzen Beet. Wie kommt das?

Die Blausterne bilden an ihren Samen eiweiss- und zuckerhaltige Anhängsel. Gerade richtig für die um diese Jahreszeit immer hungrigen Ameisen. Diese packen den feinen Proviant und tragen ihn ins Ameisennest. Häufig bekommen sie jedoch auf dem Heimweg Hunger, fressen das Anhängsel und lassen den Samen liegen - fertig gesät!

 

Nochmals Winter, 18. März 2018
18. März 2019, nachmittags: minus 2°C

Winter

Am 17. März abends fällt Schnee und die Temperaturen sinken auf -2° C. Der 18. März ist ein Eistag.

Verschiedene Vögel wie Stare, Dompfaff, eine Gruppe Buchfinken und verschiedene Meisenarten sind in der Wildsträucherhecke. Sie verpflegen sich am Futterplatz unserer Nachbarin.

19. März 2018, minus 2° C

Nicht nur die Blüten müssen auf wärmeres Wetter warten, auch für die Insekten ist es zu kalt.

Wovon leben wohl die Insektenfresser unter den Vögeln, welche bereits zurückgekehrt sind?

Eine unglaubliche Synchronisation des ganzen Systems - von Pflanzen wie Tieren - zeigt sich hier.

Blühende Kornelkirsche - Eistage vom 18. - 20. März 2018

27. Januar 2018

Flugwetter bei der Golddistel

 

Zwei blaue Glockenblumen im Januar
01.01.2018, Rundblättrige Glockenblumen

Hier die letzten Glocken­blumen der Saison 2017, sie wachsen im Kopf­stein­pflaster vor dem Haus! Alle Morgenfröste, alle Eistage und der grosse vereiste Schnee konnten ihnen nichts anhaben.

Nebenan im Topf steht ein Büschel Golddisteln. Scheint die Sonne, öffnen sich ihre silbrig-goldenen Blütenstände. Und immer wieder fliegen einzelne Samen an ihren Schirmchen davon.

Viele Spatzen auf dem Dornenstrauch
Spatzenversammlung: Haus und Feldspatzen im Morgenlicht

Zurück vom Frühstück in der Nachbarschaft, sitzen die Spatzen in der ersten Morgensonne, machen Toilette und halten einen Schwatz.

Unser riesige Rosenstrauch schützt sie vor zudringlichen Besuchern, ausser... - natürlich hätte ich den Sperber am Dornenstrauch gerne auch fotografiert!

Der Frühling kommt!

Bei den Sumpfpflanzen am Teich zeigen sich nun nach ein paar wärmeren Tagen bereits neue Triebe. Vor allem der grosse Sumpfhahnenfuss scheint allen davonzuwachsen.

Ja, ja, ich weiss, es ist noch zu früh!

Ich übe mich in Geduld und freue mich auf die leuchtend gelben Sumpfhahnenfuss-Blüten!

Glockenblumen

Ackerglockenblumen und Rapunzelglockenblumen sehen im Sommer recht ähnlich aus. Die Rapunzelglockenblumen werden bis 90 cm hoch, die Acker­glockenblumen lediglich 70 cm.

Zylindrische Samenkapsel der Rapunzelglockenblume
Rapunzelglockenblume

Aber jetzt, im Winter, sind die verholzten Samenkapseln der beiden Arten doch recht unterschiedlich.

Nun sind sie silbergrau statt himmelblau und erst noch mit Raureif verziert - ein feiner Schmuck in unserem Garten.

Insekten im Totholz

Gesunde Bäume haben ein langes Leben. Sie können sich erfolgreich gegen Bakterien, Pilze und Insekten wehren. Sie setzen dazu verschiedene Gifte, Harze und harte Strukturen ein.

gefleckter kleiner Käfer
Bunter Eschenbastkäfer, 2.5-3.5 mm

Wenn sie aber aus irgendeinem Grunde geschwächt sind, werden sie von verschiedenen Käfern angebohrt. Diese leben dann unter der Rinde beim Saftstrom des Baumes und legen dort ihre Eier hinein.

Ihre Larven entwickeln sich über viele Monate oder gar Jahre hindurch und bohren weitere Löcher, bis sie sich schliesslich verpuppen und als Käfer ausfliegen.

Frassspuren: Grosse Gänge wagrecht, kleine senkrecht
Spuren des Eschenbastkäfers unter der Eschenrinde (plus Bohrlöcher für Wildbienen)

Der bekannteste Holzschädling ist der Borkenkäfer, er befällt Nadelbäume, vor allem Fichten und tötet sie ab.

Das ist schlecht für den Baum, freut aber Spechte, Schlupf­wespen und andere, welche von diesen Käferlarven leben.

Die hübschen 7-10 mm grossen Ameisen­bunt­käfer ernähren sich vorwiegend von Borkenkäfern und deren Larven, sie sind ein wichtiger Helfer im Kampf gegen den Borkenkäfer.

Schwarzer Käfer mit braunen Flügeldecken und langen gesägten Fühlern
Rothalsbock, 12-20 mm

Die Larven des Rothalsbocks leben in feuchtem Nadelholz, welches bereits mit holz­abbauenden Pilzen durch­wachsen ist. In trockenem, unverpilztem Holz können sie nicht leben.

Holz­schlupfwespen sind in der Lage, in altem Holz lebende Insektenlarven zu erspüren. Sie bohren ihren langen, dünnen Stachel punktgenau durch das Holz, lähmen mit einer Giftinjektion die Larve und legen ein Ei hinein.

Pilze im Totholz

Brauner Pilz quillt unter der Baumrinde hervor
"Guten Tag!"

Nur wenige Lebe­wesen sind in der Lage, die komplexen Holzmoleküle im Holz zu spalten und abzubauen. Zu ihnen gehören spezielle Pilze und Bakterien.

Durch die Bohrlöcher der Käfer können Pilze ins Holz eindringen und dieses durchwachsen.

Einzelne Käferarten bringen sogar bewusst Pilzsporen in ihre Gänge und leben anschliessend von den sorgfältig gepflegten Pilzrasen.

Eschenast, von Porlingen überwachsen
Porlinge auf einem Eschenast

Auf totem Laub- und Nadelholz leben weit über 1000 Pilzarten. Weiche Hölzer werden von viel mehr verschiedenen Pilzarten besiedelt als harte.

Totholz wird in unzähligen Schritten von verschiedenen Pilz- und Bakterienarten abgebaut - bis das Holz nach Jahrzehnten zu Mulm zerfällt und schliesslich wieder zu Humus wird.

Kleiner weisser, flacher Pilz auf einem Ast
Kleiner duftiger, weisser Pilz
Schwarzglänzender, fasst wie Persianerpelz aussehender Fruchtkörper
Hexenbutter an Buchenholz

Gehen die verfügbaren Nährstoffe für eine Pilzart zu Ende bildet sie Fruchtkörper. Darin bildet sie Sporen aus, welche vom Wind weit fortgetragen werden und weitherum für Nachwuchs sorgen.

Während das Pilzgeflecht, das Myzel, im Holz kaum zu sehen ist, fallen die Fruchtkörper sofort auf. Dabei sieht jede Art anders aus.

Nussbaumstrunk nach ca. 20 Jahren

Im Bild rechts sehen Sie die Reste unseres Nussbaums, ihn hat der Sturm Lothar 1999 gefällt.

Gerbsäure­haltiges Walnussholz wird nur sehr langsam abgebaut. Bei genauerem Hinsehen bemerken Sie die kleinen Löcher, welche der Buntspecht letzten Sommer herausgehackt hat.

Unser Totholzhaufen: Verschiedene Pilze überall

Die senkrechten Hölzer stammen von einer irrtümlicherweise gefällten Buche. Ein Teil ihrer Krone war bereits abgestorben und das Holz von einem Pilzmyzel durchwachsen.

Nur so konnten die Pilze bereits nach einem Jahr so viele, schöne Fruchtkörper bilden.

Fachwerk- und Holzwand unserer Scheune

Ja, auch Holzscheunen und -häuser sind Totholz. Nur wird bei den Bauten das Holz mit Mauersockeln und mit Dächern vor Feuchtigkeit geschützt. Auf diese Weise können die Pilze das Holz nicht schädigen.

Das dunkle Holz an der Scheunenwand wurde bereits vor 85 Jahren hier verbaut. Es wurde nie behandelt, trotzdem ist es immer noch stark - an der Nordwestfassade, notabene!

Blaumeise sucht am Schwarzen Holunder nach Insektenlarven

 

Türkentaube auf Nachbars Lärche (zum Vergrössern anklicken)

 

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