Naturgarten

27. Januar 2018

Zwei blaue Glockenblumen im Januar
01.01.2018, Rundblättrige Glockenblumen

Hier die letzten Glocken­blumen der Saison 2017, sie wachsen im Kopf­stein­pflaster vor dem Haus! Alle Morgenfröste, alle Eistage und der grosse vereiste Schnee konnten ihnen nichts anhaben.

Nebenan im Topf steht ein Büschel Golddisteln. Scheint die Sonne, öffnen sich ihre silbrig-goldenen Blütenstände. Und immer wieder fliegen einzelne Samen an ihren Schirmchen davon.

Viele Spatzen auf dem Dornenstrauch
Spatzenversammlung: Haus und Feldspatzen im Morgenlicht

Zurück vom Frühstück in der Nachbarschaft, sitzen die Spatzen in der ersten Morgensonne, machen Toilette und halten einen Schwatz.

Unser riesige Rosenstrauch schützt sie vor zudringlichen Besuchern, ausser... - natürlich hätte ich den Sperber am Dornenstrauch gerne auch fotografiert!

Der Frühling kommt!

Bei den Sumpfpflanzen am Teich zeigen sich nun nach ein paar wärmeren Tagen bereits neue Triebe. Vor allem der grosse Sumpfhahnenfuss scheint allen davonzuwachsen.

Ja, ja, ich weiss, es ist noch zu früh!

Ich übe mich in Geduld und freue mich auf die leuchtend gelben Sumpfhahnenfuss-Blüten!

Glockenblumen

Ackerglockenblumen und Rapunzelglockenblumen sehen im Sommer recht ähnlich aus. Die Rapunzelglockenblumen werden bis 90 cm hoch, die Acker­glockenblumen lediglich 70 cm.

Zylindrische Samenkapsel der Rapunzelglockenblume
Rapunzelglockenblume

Aber jetzt, im Winter, sind die verholzten Samenkapseln der beiden Arten doch recht unterschiedlich.

Nun sind sie silbergrau statt himmelblau und erst noch mit Raureif verziert - ein feiner Schmuck in unserem Garten.

Insekten im Totholz

Gesunde Bäume haben ein langes Leben. Sie können sich erfolgreich gegen Bakterien, Pilze und Insekten wehren. Sie setzen dazu verschiedene Gifte, Harze und harte Strukturen ein.

gefleckter kleiner Käfer
Bunter Eschenbastkäfer, 2.5-3.5 mm

Wenn sie aber aus irgendeinem Grunde geschwächt sind, werden sie von verschiedenen Käfern angebohrt. Diese leben dann unter der Rinde beim Saftstrom des Baumes und legen dort ihre Eier hinein.

Ihre Larven entwickeln sich über viele Monate oder gar Jahre hindurch und bohren weitere Löcher, bis sie sich schliesslich verpuppen und als Käfer ausfliegen.

Frassspuren: Grosse Gänge wagrecht, kleine senkrecht
Spuren des Eschenbastkäfers unter der Eschenrinde (plus Bohrlöcher für Wildbienen)

Der bekannteste Holzschädling ist der Borkenkäfer, er befällt Nadelbäume, vor allem Fichten und tötet sie ab.

Das ist schlecht für den Baum, freut aber Spechte, Schlupf­wespen und andere, welche von diesen Käferlarven leben.

Die hübschen 7-10 mm grossen Ameisen­bunt­käfer ernähren sich vorwiegend von Borkenkäfern und deren Larven, sie sind ein wichtiger Helfer im Kampf gegen den Borkenkäfer.

Schwarzer Käfer mit braunen Flügeldecken und langen gesägten Fühlern
Rothalsbock, 12-20 mm

Die Larven des Rothalsbocks leben in feuchtem Nadelholz, welches bereits mit holz­abbauenden Pilzen durch­wachsen ist. In trockenem, unverpilztem Holz können sie nicht leben.

Holz­schlupfwespen sind in der Lage, in altem Holz lebende Insektenlarven zu erspüren. Sie bohren ihren langen, dünnen Stachel punktgenau durch das Holz, lähmen mit einer Giftinjektion die Larve und legen ein Ei hinein.

Pilze im Totholz

Brauner Pilz quillt unter der Baumrinde hervor
"Guten Tag!"

Nur wenige Lebe­wesen sind in der Lage, die komplexen Holzmoleküle im Holz zu spalten und abzubauen. Zu ihnen gehören spezielle Pilze und Bakterien.

Durch die Bohrlöcher der Käfer können Pilze ins Holz eindringen und dieses durchwachsen.

Einzelne Käferarten bringen sogar bewusst Pilzsporen in ihre Gänge und leben anschliessend von den sorgfältig gepflegten Pilzrasen.

Eschenast, von Porlingen überwachsen
Porlinge auf einem Eschenast

Auf totem Laub- und Nadelholz leben weit über 1000 Pilzarten. Weiche Hölzer werden von viel mehr verschiedenen Pilzarten besiedelt als harte.

Totholz wird in unzähligen Schritten von verschiedenen Pilz- und Bakterienarten abgebaut - bis das Holz nach Jahrzehnten zu Mulm zerfällt und schliesslich wieder zu Humus wird.

Kleiner weisser, flacher Pilz auf einem Ast
Kleiner duftiger, weisser Pilz
Schwarzglänzender, fasst wie Persianerpelz aussehender Fruchtkörper
Hexenbutter an Buchenholz

Gehen die verfügbaren Nährstoffe für eine Pilzart zu Ende bildet sie Fruchtkörper. Darin bildet sie Sporen aus, welche vom Wind weit fortgetragen werden und weitherum für Nachwuchs sorgen.

Während das Pilzgeflecht, das Myzel, im Holz kaum zu sehen ist, fallen die Fruchtkörper sofort auf. Dabei sieht jede Art anders aus.

Nussbaumstrunk nach ca. 20 Jahren

Im Bild rechts sehen Sie die Reste unseres Nussbaums, ihn hat der Sturm Lothar 1999 gefällt.

Gerbsäure­haltiges Walnussholz wird nur sehr langsam abgebaut. Bei genauerem Hinsehen bemerken Sie die kleinen Löcher, welche der Buntspecht letzten Sommer herausgehackt hat.

Unser Totholzhaufen: Verschiedene Pilze überall

Die senkrechten Hölzer stammen von einer irrtümlicherweise gefällten Buche. Ein Teil ihrer Krone war bereits abgestorben und das Holz von einem Pilzmyzel durchwachsen.

Nur so konnten die Pilze bereits nach einem Jahr so viele, schöne Fruchtkörper bilden.

Fachwerk- und Holzwand unserer Scheune

Ja, auch Holzscheunen und -häuser sind Totholz. Nur wird bei den Bauten das Holz mit Mauersockeln und mit Dächern vor Feuchtigkeit geschützt. Auf diese Weise können die Pilze das Holz nicht schädigen.

Das dunkle Holz an der Scheunenwand wurde bereits vor 85 Jahren hier verbaut. Es wurde nie behandelt, trotzdem ist es immer noch stark - an der Nordwestfassade, notabene!

Blaumeise sucht am Schwarzen Holunder nach Insektenlarven

 

Türkentaube auf Nachbars Lärche (zum Vergrössern anklicken)

 

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