Naturgarten

18. April 2018

Leuchtend gelbe Tulpe
Einheimische Wildtulpe mit Grünem Heupferd

Zwei unserer Wein­berg­tulpen blühen! Ich habe die Zwiebeln 2014 gepflanzt und jetzt blühen sie zum ersten Mal.

Weinbergtulpen sind vor einigen Jahrhunderten aus dem Mittelmehrraum in die Gärten nördlich der Alpen eingewandert. Sie lieben es immer noch sonnig und warm und sind meist in der Nähe von Gartenkulturen, wie den Weinbergen, zu finden.

Wildtulpen und Traubenhyazinthe
Unsere zwei Weinbergtulpen

Weinbergtulpen blühen nur, wenn ihnen der Standort wirklich zusagt, ansonsten breiten sie sich wohl aus, bilden aber nur Blätter.

Aber jetzt blühen unsere Wildtulpen betörend schön - wir freuen uns sehr!

Gelbe Strahlenblüten
Huflattich im Gemüsegarten

Die strahlend-gelben Huflattichblümchen erscheinen sehr früh im Frühjahr. Leider ist Huflattich sehr ausbreitungsfreudig, zudem erscheinen nach der Blüte grosse Blätter, welche viel Platz brauchen

Farbige Blütenteppiche
Nahrung für die Bienen: Erster Blütenflor in der Trockenrabatte

Traubenhyazinthen, Zypressenwolfsmilch, Küchenschellen und Narzisse bilden einen farbigen Blütenteppich.

Erdkröten

Letztes Jahr im Spätherbst ist ein Grasfrosch in unserem Keller (mit Naturboden) unter die Kartoffelharasse geflüchtet. Deshalb waren wir den Winter über beim Umhergehen vorsichtig.

Und richtig, im Frühling, was sass denn da?

Erdkrötenpaar zwischen Laichschnüren
Erdkrötenpaarung am 2. April 2018

Aber nein! - Da sass ja ein Erd­kröten­weib­chen. Ein paar Stunden später ent­deckten wir ein Erdkrötenpaar im Teich beim Laichen. Auch am nächsten Tag laichte ein weiteres Erdkrötenpaar am selben Ort.

Ein Gelege umfasst 2000-3000 Eier, die Doppelschnüre werden zwischen die Pflanzen gespannt.

Laichschnüre zwischen Wasserpflanzen
Erdkrötenlaich: Schwarzgetüpfelte Schnüre im Teich

Die kleinen Kaulquappen haben eine gewisse Überlebenschance, auch wenn Räuber im Teich sind.

Bei einem Angriff sondern sie einen Schreckstoff aus, welcher die Angreifer fernhalten soll und die anderen Kaulquappen zur Flucht veranlasst. Ausserdem schwimmen sie nahe zusammen im Schwarm, was einen Angriff zusätzlich erschwert.

Nach knapp zwei Wochen sind sie nun bereits kleine Kaulquappen. Es wachsen ihnen Kiemen, damit sie auch unter Wasser atmen können.

Sie bleiben aber vorerst noch zusammen beim Laich.

Erdkröten-Kaulquappen, am 22. April 2018

Fertig entwickelt verlassen sie den Teich im Sommer und sind doch erst 1 cm gross. Erdkröten werden mit 3 - 5 Jahren geschlechtsreif, die Weibchen laichen nur alle 2 - 3 Jahre. Erdkröten werden in freier Natur maximal 10 - 12 Jahre alt.

Wildbienen

Erste Wildblumen und ihre Wild­bienen sorgen zusammen für Nachwuchs. Es gilt der alte Tauschhandel: Pollen und Nektar für die Bienenbrut im Gegenzug werden die Blüten befruchtet.

Blauviolette Blüten
Die gewöhnliche Küchenschelle bietet erstes Bienenfutter an - gegen Bestäubung natürlich!
Gehörnte Mauerbiene an Traubenhyazinthe
Eine Gehörnte Mauerbiene
(ein Männchen, nur das Weibchen hat Hörnchen)
Schwarz-braun-orange Biene
Ein Männchen der Roten Schneckenhaus-Mauerbiene (Osmia aurulenta)
Holunder mit frischen Blättchen
Neues Grün

18. März 2018

Elfenkrokusse bilden schöne Teppiche

 

Elfenkrokusse unter der Rose

Sie sehen, gross ist die Auswahl bei den neuen Blumenbildern immer noch nicht.

Nach dem warmen Januar war es bis Ende Februar bitter kalt. Sogar die Elfenkrokusse hatten nachher Frostschäden!

Kurz vor Mitte März benutzten wir die paar Föhntage, schnitten die dürren Stängel weg, jäteten und rechten das Laub von den Kieswegen.

Zweiblättrige Blausterne am 13. 03. 2018
Dieselben Blausterne am 15.03.2018
Und nochmals diese Blausterne, fotografiert am 17.03.2018

Ameisen als Säerinnen

2004, beim Bau unseres Gartens, haben wir haben wir 10 Zwiebeln des zweiblättrigen Blausterns (Scilla bifolia) unter der Rosenhecke gesteckt.

Nun blühen diese hübschen, kleinen Blütenbüschel im ganzen Beet; kein geschlossener Teppich - nein, der blaue Schleier liegt wie lockerer Schaum über dem ganzen Beet. Wie kommt das?

Die Blausterne bilden an ihren Samen eiweiss- und zuckerhaltige Anhängsel. Gerade richtig für die um diese Jahreszeit immer hungrigen Ameisen. Diese packen den feinen Proviant und tragen ihn ins Ameisennest. Häufig bekommen sie jedoch auf dem Heimweg Hunger, fressen das Anhängsel und lassen den Samen liegen - fertig gesät!

 

Nochmals Winter, 18. März 2018
18. März 2019, nachmittags: minus 2°C

Winter

Am 17. März abends fällt Schnee und die Temperaturen sinken auf -2° C. Der 18. März ist ein Eistag.

Verschiedene Vögel wie Stare, Dompfaff, eine Gruppe Buchfinken und verschiedene Meisenarten sind in der Wildsträucherhecke. Sie verpflegen sich am Futterplatz unserer Nachbarin.

19. März 2018, minus 2° C

Nicht nur die Blüten müssen auf wärmeres Wetter warten, auch für die Insekten ist es zu kalt.

Wovon leben wohl die Insektenfresser unter den Vögeln, welche bereits zurückgekehrt sind?

Eine unglaubliche Synchronisation des ganzen Systems - von Pflanzen wie Tieren - zeigt sich hier.

Blühende Kornelkirsche - Eistage vom 18. - 20. März 2018

27. Januar 2018

Flugwetter bei der Golddistel

 

Zwei blaue Glockenblumen im Januar
01.01.2018, Rundblättrige Glockenblumen

Hier die letzten Glocken­blumen der Saison 2017, sie wachsen im Kopf­stein­pflaster vor dem Haus! Alle Morgenfröste, alle Eistage und der grosse vereiste Schnee konnten ihnen nichts anhaben.

Nebenan im Topf steht ein Büschel Golddisteln. Scheint die Sonne, öffnen sich ihre silbrig-goldenen Blütenstände. Und immer wieder fliegen einzelne Samen an ihren Schirmchen davon.

Viele Spatzen auf dem Dornenstrauch
Spatzenversammlung: Haus und Feldspatzen im Morgenlicht

Zurück vom Frühstück in der Nachbarschaft, sitzen die Spatzen in der ersten Morgensonne, machen Toilette und halten einen Schwatz.

Unser riesige Rosenstrauch schützt sie vor zudringlichen Besuchern, ausser... - natürlich hätte ich den Sperber am Dornenstrauch gerne auch fotografiert!

Der Frühling kommt!

Bei den Sumpfpflanzen am Teich zeigen sich nun nach ein paar wärmeren Tagen bereits neue Triebe. Vor allem der grosse Sumpfhahnenfuss scheint allen davonzuwachsen.

Ja, ja, ich weiss, es ist noch zu früh!

Ich übe mich in Geduld und freue mich auf die leuchtend gelben Sumpfhahnenfuss-Blüten!

Glockenblumen

Ackerglockenblumen und Rapunzelglockenblumen sehen im Sommer recht ähnlich aus. Die Rapunzelglockenblumen werden bis 90 cm hoch, die Acker­glockenblumen lediglich 70 cm.

Zylindrische Samenkapsel der Rapunzelglockenblume
Rapunzelglockenblume

Aber jetzt, im Winter, sind die verholzten Samenkapseln der beiden Arten doch recht unterschiedlich.

Nun sind sie silbergrau statt himmelblau und erst noch mit Raureif verziert - ein feiner Schmuck in unserem Garten.

Insekten im Totholz

Gesunde Bäume haben ein langes Leben. Sie können sich erfolgreich gegen Bakterien, Pilze und Insekten wehren. Sie setzen dazu verschiedene Gifte, Harze und harte Strukturen ein.

gefleckter kleiner Käfer
Bunter Eschenbastkäfer, 2.5-3.5 mm

Wenn sie aber aus irgendeinem Grunde geschwächt sind, werden sie von verschiedenen Käfern angebohrt. Diese leben dann unter der Rinde beim Saftstrom des Baumes und legen dort ihre Eier hinein.

Ihre Larven entwickeln sich über viele Monate oder gar Jahre hindurch und bohren weitere Löcher, bis sie sich schliesslich verpuppen und als Käfer ausfliegen.

Frassspuren: Grosse Gänge wagrecht, kleine senkrecht
Spuren des Eschenbastkäfers unter der Eschenrinde (plus Bohrlöcher für Wildbienen)

Der bekannteste Holzschädling ist der Borkenkäfer, er befällt Nadelbäume, vor allem Fichten und tötet sie ab.

Das ist schlecht für den Baum, freut aber Spechte, Schlupf­wespen und andere, welche von diesen Käferlarven leben.

Die hübschen 7-10 mm grossen Ameisen­bunt­käfer ernähren sich vorwiegend von Borkenkäfern und deren Larven, sie sind ein wichtiger Helfer im Kampf gegen den Borkenkäfer.

Schwarzer Käfer mit braunen Flügeldecken und langen gesägten Fühlern
Rothalsbock, 12-20 mm

Die Larven des Rothalsbocks leben in feuchtem Nadelholz, welches bereits mit holz­abbauenden Pilzen durch­wachsen ist. In trockenem, unverpilztem Holz können sie nicht leben.

Holz­schlupfwespen sind in der Lage, in altem Holz lebende Insektenlarven zu erspüren. Sie bohren ihren langen, dünnen Stachel punktgenau durch das Holz, lähmen mit einer Giftinjektion die Larve und legen ein Ei hinein.

Pilze im Totholz

Brauner Pilz quillt unter der Baumrinde hervor
"Guten Tag!"

Nur wenige Lebe­wesen sind in der Lage, die komplexen Holzmoleküle im Holz zu spalten und abzubauen. Zu ihnen gehören spezielle Pilze und Bakterien.

Durch die Bohrlöcher der Käfer können Pilze ins Holz eindringen und dieses durchwachsen.

Einzelne Käferarten bringen sogar bewusst Pilzsporen in ihre Gänge und leben anschliessend von den sorgfältig gepflegten Pilzrasen.

Eschenast, von Porlingen überwachsen
Porlinge auf einem Eschenast

Auf totem Laub- und Nadelholz leben weit über 1000 Pilzarten. Weiche Hölzer werden von viel mehr verschiedenen Pilzarten besiedelt als harte.

Totholz wird in unzähligen Schritten von verschiedenen Pilz- und Bakterienarten abgebaut - bis das Holz nach Jahrzehnten zu Mulm zerfällt und schliesslich wieder zu Humus wird.

Kleiner weisser, flacher Pilz auf einem Ast
Kleiner duftiger, weisser Pilz
Schwarzglänzender, fasst wie Persianerpelz aussehender Fruchtkörper
Hexenbutter an Buchenholz

Gehen die verfügbaren Nährstoffe für eine Pilzart zu Ende bildet sie Fruchtkörper. Darin bildet sie Sporen aus, welche vom Wind weit fortgetragen werden und weitherum für Nachwuchs sorgen.

Während das Pilzgeflecht, das Myzel, im Holz kaum zu sehen ist, fallen die Fruchtkörper sofort auf. Dabei sieht jede Art anders aus.

Nussbaumstrunk nach ca. 20 Jahren

Im Bild rechts sehen Sie die Reste unseres Nussbaums, ihn hat der Sturm Lothar 1999 gefällt.

Gerbsäure­haltiges Walnussholz wird nur sehr langsam abgebaut. Bei genauerem Hinsehen bemerken Sie die kleinen Löcher, welche der Buntspecht letzten Sommer herausgehackt hat.

Unser Totholzhaufen: Verschiedene Pilze überall

Die senkrechten Hölzer stammen von einer irrtümlicherweise gefällten Buche. Ein Teil ihrer Krone war bereits abgestorben und das Holz von einem Pilzmyzel durchwachsen.

Nur so konnten die Pilze bereits nach einem Jahr so viele, schöne Fruchtkörper bilden.

Fachwerk- und Holzwand unserer Scheune

Ja, auch Holzscheunen und -häuser sind Totholz. Nur wird bei den Bauten das Holz mit Mauersockeln und mit Dächern vor Feuchtigkeit geschützt. Auf diese Weise können die Pilze das Holz nicht schädigen.

Das dunkle Holz an der Scheunenwand wurde bereits vor 85 Jahren hier verbaut. Es wurde nie behandelt, trotzdem ist es immer noch stark - an der Nordwestfassade, notabene!

Blaumeise sucht am Schwarzen Holunder nach Insektenlarven

 

Türkentaube auf Nachbars Lärche (zum Vergrössern anklicken)

 

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