Naturgarten

Aktuell

Gartenteich

Erste Sumpfpflanzen
Sommer 2018

Ich bin am Bodensee aufgewachsen und vermisse das Leben am Wasser immer noch ein wenig. Jetzt kann ich mich doch immerhin an unseren Gartenteich setzen!

Wir geniessen das sehr!

Auch wenn wir aus den entsprechenden Fenstern schauen, sehen wir ihn, den Teich.

Teich mit Seekanne
Der Teich ist jetzt zwei Jahre alt

Der Teich hat eine Wasser­fläche von 25m2 und er ist 1.20 m tief. Eine eingegrabene Kunststoffolie hält das Wasser zurück.

Teichrand mit Sumpf- und Ruderalpflanzen
Bepflanzung im zweiten Jahr

Der Teichrand ist innerhalb der Folie mit verschiedenen Sumpfpflanzen bepflanzt, ausserhalb wachsen Ruderalpflanzen.

Sumpf- und Wasserpflanzen

Wir haben unseren Teich mit ca. dreissig verschiedenen Sumpfwasserpflanzen bepflanzt, alles einheimische Wildpflanzen.

wasserschlauch mit feinen grünen Fiederblättchen
Wasserschlauch

Wasserpflanzen nehmen die Nährstoffe aus dem Wasser auf und konkurrenzieren auf diese Weise die Algen. Algen sind pflanzliche Einzeller, sie sind überall vorhanden und können sich schnell vermehren.

Unter­wasser­pflanzen bringen zusätzlichen Sauerstoff ins Wasser, sie sind deshalb in einem Teich unentbehrlich.

Bei uns hat sich der gewöhnliche Wasserschlauch, eine auch fleischfressende Unterwasserpflanze, im Teich ausgebreitet.

Schwimmende Seekannenblätter
Blätter der Seekanne

Schwimmblattpflanzen, wie Seekanne und Seerosen, beschatten den Teich. Dadurch können sich Algen weniger schnell ausbreiten.

Gelbe Sumpfschwertlilie und blaue Iris
Sumpfschwertlilie und Sibirische Schwertlilie
Sumppflanze mit weissen Blüten
Fieberklee

Wenn zu viele Nährstoffe und wenig Wasser­pflanzen im Teich sind, vermehren sich die Algen bei Sonnenschein zu stark und es bilden sich Algenteppiche auf der Wasser­oberfläche.

Diese können leicht mit einem Kescher abgefischt werden.

Verschieden Algenarten gehören jedoch zu einem natürlichen Gartenteich. Sie dürfen sich nur nicht zu stark vermehren.

Algen sind weltweit ein wichtiger Sauerstofflieferant.

Sumpffarn macht Ausläufer
Sumpffarn erobert den Teich

Tiere im Wasser

Ganz von alleine ziehen viele Tiere im Teich ein.

Amphibien, Libellen, Fliegen, Schwebfliegen, Mücken etc. leben zu Beginn ihres Lebens viele Wochen oder gar Jahre als Larven im Wasser.

Nach einer längeren oder kürzeren Metamorphose (Verwandlung) sind sie dann Landtiere oder fliegende Insekten.

Sie suchen sich Partner und sorgen für Nachwuchs.

Libellen

Fliegende Libelle
Mosaikjungfer
Libelle klammert sich an Larvenhülle
Mosaikjungfer nach dem Schlupf,
sie härtet noch ihre Flügel aus

Libellenlarven leben als unscheinbare Tiere ein bis mehrere Jahre auf dem Teichgrund.

Sie sind grosse Räuber und ernähren sich von anderen Kleininsekten und auch von Kaulquappen.

Schliesslich klettern sie an Pflanzenstengeln in die Höhe und schlüpfen aus ihren Hüllen.

Sie pumpen Blut in ihre Flügel und lassen diese aushärten.

Nun zirkulieren sie als wunderschöne und elegante Flieger über dem Teich und fangen kleinere oder grössere Insekten.

Sie paaren sich und legen Eier. Nach wenigen Wochen ist ihre Lebenszeit jedoch bereits zu Ende.

Amphibien

Die meisten Amphibien kommen im Frühling ans Wasser und legen dort ihren Laich ab.

Nach ein paar Tagen schlüpfen die Kaulquappen. In einer mehrere Monate dauernden Metamorphose verwandeln sie sich in erwachsene Lurche und verlassen den Teich.

Schwarze, schwimmende Larven
Erdkrötenkaulquappen

In unserem Teich haben im ersten Jahr Bergmolche und im zweiten auch Erdkröten gelaicht.

Erdkröten und Bergmolche leben an schattigen und feuchteren Stellen im Garten, z.B. in Ast- oder Steinhaufen. Bergmolche werden unter günstigen Umständen 15 - 20 Jahre alt, Erdkröten leben maximal 10 - 12 Jahre.

Erdkröten gelten in der Schweiz als gefährdet.

Teich mit drei Tiefenstufen

Der Teichgrund ist gestuft, denn verschiedene Wassertiefen bieten auch verschiedene Lebensräume für Tier und Pflanzen.

3 Tiefenstufen
Der Teichgrund ist gestuft

Am Teichrand befindet sich mit 0 - 20 cm Wassertiefe die Sumpfzone, anschliessend mit 20 - 50 cm Wassertiefe die Flachwasserzone und in der Teichmitte mit 50 - 120 cm Tiefe die Tiefenzone. Je nach Wassertiefe gedeihen andere Pflanzen.

Grössere Tiefenzonen schaffen im Sommer kühlere und im Winter wärmere Lebensräume.

Unser Teich hat eine relativ grosse Sumpf- und Flach­wasser­zone und ist damit ein feines Bad für die vielen Vögel in unseren Büschen und Sträuchern.

Distelfink sitzt im Wasser und trinkt
Distelfink beim Trinken

Viele kleine Tiere, wie Vögel, Igel, Insekten etc., kommen zum Trinken an den Teich.

Wespen und Hornissen holen bei Hitze Kühlwasser für ihre Nester.

Rauchschwalben und Fledermäuse trinken im Flug vom Teich.

Hornisse am Uferrand
Hornisse beim Wasser tanken

Wasserqualität

In einem neuen Teich stellt sich allmählich ein Gleichgewicht zwischen pflanzlichen und tierischen Kleinlebewesen ein. Sie kommen alle ohne unser Zutun in den Teich.

Unser Teich ist mit einer Wasser­pumpe ausgerüstet. Das Wasser wird über den Einlaufstein in den Teich geleitet. Auf diese Weise erhält das Teichwasser zusätzlichen Sauerstoff.

Schachtdeckel mit Kieseln
Schacht mit Pumpe

Die Pumpe liegt in einem Schacht auf halber Tiefe, wir hoffen, dass so weniger kleine Teichbewohner durch die Pumpe verletzt werden.

Die Pumpe schalten wir vor allem im Frühling und im Herbst ein.

Sitzplatz mit Sonnenschirm
Gartensitzplatz am Weiher zum Ausruhen und Beobachten

Bildergalerie Teichbau

Fahrzeuge des Gartenbaubetriebs Baubeginn mit Bagger und Schaufel Der ganze Platz wird ausgeebnet Das Aushubmaterial wird nach hinten gefahren Teichrand mit viel Handarbeit Die schwere Folie wird zu dritt verlegt Geovlies für den Einlaufstein Grosser Bagger mit dem Wandkies Der Einlaufstein ist mit Gurten am Bagger befestigt Zwei Gartenbauer messen nochmals nach Der Wasserschlauch kommt ins Loch des Einlaufsteins Mit dem Bagger wird Wandkies auf die Folie gelegt Es ist ein Wolkenbruch niedergegangen Deshalb ist schon viel Wasser am Teichgrund Zwei Gartenbauer stampfen die Teifole am Rand fest Schwerarbeit Die Folie ist fast ganz belegt Grössere Steine aus der Kiesgrube für die Befestigung des Wandkies Der Gärtner wäscht das Wandkies Das Wasser ist lehmfarben Fertig: Das Wasser wird allmählich grünschimmernd Der Gartenbauer hat die Pflanzen am Teichrand ausgelegt Erste Pflanzen vor dem Wasserspiegel Die Fassade der Scheune spiegelt sich im neuen Teich
Unser Gartenteich, einen Monat nach dem Bau

 

Literatur

Weblinks