Naturgarten

Warum Naturgärten?

Unsere Landschaften sind ausgeräumt. Intensive Düngung, grossflächige Bearbeitung der Wiesen und Äcker und die vielen Pflanzenschutzmittel haben die meisten Blumen und Kleintiere vertrieben; viele von ihnen sind unterdessen vom Aussterben bedroht.

Sterile Gärten mit englischem Rasen, exotischer Bepflanzung und ebenfalls vielen Pflanzenschutzmitteln tragen weiter zum Artensterben bei.

Was können wir all dem entgegensetzen?

Einheimische Pflanzen in unsere Gärten!

Einheimische Wildpflanzen, vielfältige Lebensräume sowie eine biologische Gartenpflege leisten einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität!

Und lassen Sie es! Es muss nicht bis in die hinterste Ecke alles kontrolliert und ausgeräumt sein! Ungestörte Lebensräume, wo Schmetterlinge und andere Insekten sich verpuppen können, wo Kleintiere hausen und überwintern können, sind äusserst rar.

Heckenrandbepflanzung: Gemswurz, dunkle Akelei und rote Lichtnelke

Blühende Heckenrandbepflanzung: Gemswurz, dunkle Akelei und rote Lichtnelke

Pflanzen und Tiere gehören zusammen

Zu den einheimischen Wildpflanzen ziehen auch die zugehörigen Insekten in unsere Gärten ein.

Pflanzen und Insekten gehören nämlich zusammen: Die Insekten erhalten von den Pflanzen für ihre Brutpflege Nektar und Pollen - im Gegenzug befruchten sie die Pflanzen.

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) an roter Lichtnelke

Taubenschwänzchen an roter Lichtnelke

Pflanzen und Insekten sind oft rechte Spezialisten: Insekten brauchen für die Fütterung ihrer Brut Pollen und Nektar von ganz bestimmten Pflanzen - andererseits können Pflanzen häufig nur von Insekten mit entsprechender Ausrüstung befruchtet werden (siehe Bild).

Fazit: Fehlt die richtige Pflanze, bleiben auch ihre Insekten aus. Damit entsteht aber eine Lücke in der Nahrungskette - weitere Tiere und auch Pflanzen fehlen!

Parasiten und Fressfeinde

Einheimische Tiere und Pflanzen haben je ihre spezialisierten Parasiten und Fressfeinde. Wird eine Art zu häufig, so vermehren sich auch ihre Feinde.

Beispiel: Das Weibchen der Blauen Goldwespe (Bild) legt ihre Eier in die Nester einer Grabwespenart. Nach dem Schlüpfen fressen die Larven der Goldwespe die Larven der Grabwespe.

Blaue Goldwespe(Trichrysis cyanea)

Blaue Goldwespe(Trichrysis cyanea)

Die beiden Wespenarten sind somit voneinander abhängig: Bei grossem Grabwespenbestand vermehren sich auch die Blauen Goldwespen, werden jene weniger, finden diese weniger Wirtsnester.

Solche Regulierungen gibt es unzählige - aber nur bei einem vielfältigen Tier- und Pflanzenbestand.

Biodiversität oder biologische Vielfalt nennt sich das.

 

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