Naturgarten

Blumenrasen und Blumenwiesen

Blühende Blumenwiesen, vor wenigen Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit, sind seltene Kostbarkeiten geworden. Sie sind aber immer noch die Lebensgrundlage von unglaublich vielen Insektenarten.

Deshalb werden Blumenwiesen jetzt in die Gärten geholt - zur Freude von Mensch und Tier.

Das Anlegen einer Blumenwiese ist keine ganz einfache Sache. Informationen dazu finden sich in der Fachliteratur unter "Links". Fachbetriebe Naturgarten bieten Beratungen an.

Blumenrasen mit Wiesensalbei

Blumenrasen Ende Mai: Gräser und viele Blumen

In unserem eigenen Garten haben wir die Wiesenflächen rund um den Gemüsegarten jeweils 3x pro Jahr gemäht, das Gras getrocknet und unseren Milchschafen verfüttert.

Ausser Löwenzahn und Hahnenfuss haben aber kaum Blumen geblüht, obwohl die letzten 40 Jahre nie mehr gedüngt wurde! Die Flurbezeichnung "Lettenberg" deutet aber darauf hin, dass früher hier die Leute aus dem Dorf den Lehm für den Hausbau holten, der Boden also sehr lehmig ist!

Diese Blumenrasen-Bilder stammen alle aus einem Garten mit sandig-kiesigem, leicht lehmigem Boden.

Blumenrasen mit Margrite und Wiesensalbei

Erst im 2. Jahr beginnt der Blumenrasen zu blühen

Blumenrasen

Blumenrasen sind niedriger als Blumenwiesen, sie sind anspruchslos pflegeleicht, trittfest und farbenfroh. Sie brauchen keinen Kunstdünger und keine Herbizide!

Blumenrasen eignen sich für häufiger begangene Wiesen, als Spielrasen oder als Rasenwege durch eine Blumenwiese.

Ein Blumenrasen wird im Jahr 4- bis 8-mal geschnitten, er wird 10 bis maximal 30 cm hoch, je nach Schnittintervall.

Gemähte Wege im Blumenrasen

In Blumenrasen können mit dem Rasenmäher Wege gemäht werden

Ansaat und Pflege eines Blumenrasens

Immer Qualitätssaatgut aus dem Fachhandel verwenden, in der Schweiz hat sich die Blumenrasenmischung von Fenaco bewährt.

Es wird in die gehackte und gut abgesetzte, lockere Erde gesät, bei schwerem feuchten Lehm kann Sand eingearbeitet werden.

Die beste Saatzeit im Mittelland ist Mitte April (Vegetationsbeginn) bis Mitte Juni. Spätere Saaten haben mehr Mühe.

Die Keimzeit der einzelnen Arten ist sehr unterschiedlich, sie kann bis zu 3 Monate dauern.

Blumenrasen mit Wiesensalbei

Blumenrasen Ende Mai, vor dem ersten Schnitt

Mit den gesäten Samen keimen auch die vorhandenen einjährigen Unkrautsamen vom Boden. Bevor diese zu blühen beginnen, werden sie mit hochgestelltem Mäher oder mit der Sense gemäht und das Mähgut abtransportiert. Auf keinen Fall darf gejätet werden - der Schaden wäre grösser als der Nutzen!

Oft sind im ersten Jahr mehrere Säuberungsschnitte nötig.

Ein Blumenrasen braucht etwas Geduld. Die Blütenpflanzen blühen erst nach dem ersten Winter. Wenn die Ansaat geglückt ist wird der Rasen über die ersten Jahre immer schöner.

Blumenwiesen 

Blumenwiesen werden 60-100 cm hoch und werden 1-3x pro Jahr geschnitten.

Das Anlegen einer Blumenwiese und ihre Pflege im ersten Jahr sind dasselbe wie beim Blumenrasen. Die Wiesenblumenmischung muss dem Standort angepasst sein: Trocken - mager, feucht - nährstoffreich, mit erhöhtem Blumenanteil etc.

Unbedingt Qualitätssaatgut von Wildpflanzenproduzenten verwenden! Die günstigere Variante aus dem Gartencenter enthält viele einjährige Ackerbegleitpflanzen und fremdländisches, nicht angepasstes Saatgut.

Pflege von Blumenwiesen

In den folgenden Jahren muss, je nach Standort, mit 1 bis 3 Heuschnitten gerechnet werden. Sobald die meisten Pflanzen Samen gebildet haben, wird zum ersten mal gemäht; dies ist, je nach Standort, Anfang bis Ende Juni. Das Gras wird auf der Wiese getrocknet, sodass die Samen herausfallen können, dann wird das Heu abtransportiert.

Für die Artenvielfalt der Wildblumenwiese ist es sinnvoll, diese nicht immer zur gleichen Zeit zu schneiden. So können die Samen der einzelnen Arten, welche zu verschiedenen Zeitpunkten ausreifen, neue Pflanzen bilden.

Wenn möglich wird die Wiese in mehreren Etappen gemäht. So verlieren Tiere, welche auf Nektar und Pollen der Blüten angewiesen sind, nicht auf einmal ihre ganze Lebensgrundlage.

Ausdauernde Problemunkräuter sollten vor der Blüte von Hand abgeschnitten oder sorgfältig ausgestochen werden.

 

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