Naturgarten

Naturgartenpflege im September

Mitte September besuchen immer noch viele Schmetter­linge unseren Garten. Während die einen Falter schon recht verbraucht und alt aussehen, wirken andere wie aus dem Ei gepellt.

Dies sind die Falter, welche sich erst vor kurzem verpuppt haben und jetzt frisch geschlüpft sind. Sie werden als Falter überwintern.

Winterquartiere

Wenn die Tage kälter werden, suchen sich diese Schmetterlinge eine geschützte Stelle zum Überwintern. Dies kann ein Holzschuppen, eine Scheiterbeige, eine Baumhöhle, etwas Stehen- oder Liegengebliebenes oder ähnliches sein.

Halten Sie Augenmass beim Aufräumen rund ums Haus. Schmetterlinge und viele andere Tiere brauchen einen Unterschlupf für den Winter!

Holzbeige
Holzstapel unter schützendem Vordach

In unserem alten Haus, mit seinen unbeheizten Nebenräumen, treffen wir jeden Winter Tagpfauenaugen in der Winterstarre. Nach wärmenden Sonnenstrahlen im März sind sie dann plötzlich verschwunden.

Neuere Häuser haben keine wirklich unbeheizten Räume mehr. Für die Überwinterung dürfen die Temperaturen nur wenige Grade über dem Gefrierpunkt liegen, sonst erwachen die Falter aus der Winterstarre, brauchen zu viel Energie und verhungern und verdursten schliesslich.

Glockenblumen und Thymian
Späte Blüte, bald Ende September!
Mauerfuchs-Männchen
auf dem wärmenden Sandstein

Überleben im Laub

Die meisten Schmetterlinge überwintern als Raupen oder als Puppen in der Laubschicht auf der Erde.

Deshalb wird im Naturgarten im Herbst das Laub nicht abgerecht. Es bleibt liegen und schafft ein feines Klima für die Überwinterung vieler Tiere und Insekten.

Bei wärmeren Temperaturen schliesslich, wird es ganz allmählich von Pilzen und vielen Kleinstlebewesen abgebaut - bis im Frühling vom vielen Laub fast nichts mehr übrig bleibt. Ordnung vom Feinsten ist das!

Rosenbegleitpflanzung
Ganz allmählich wird's Herbst - Hecken im Abendlicht
Teilweiser Rückschnitt in der Hochstaudenflur

Arbeiten im September

Im September fallen im Naturgarten nicht mehr viele Arbeiten an.

Vielleicht werden noch einzelne unerwünschte Pflanzen gejätet oder die Samenstände von sehr ausbreitungsfreudigen Pflanzen entfernt.

In der Hochstaudenflur schneide ich jeweils den Wasserdost, das Mädesüss und den grössten Teil der Schmalblättrigen Weidenröschen zurück - der Rest bleibt den Winter über stehen.

Vom Rückschnitt profitieren auch die Pflanzen­rosetten am Boden, sie erhalten wieder mehr Licht.

Frühblüher, wie die Kriechende Gämswurz, wachsen um diese Zeit noch und sind dann im Frühling für die nächste Blüte bereit.

Die Nieswurz hat das zusätzliche Licht ebenfalls dringend nötig, sie blüht bekannlich bereits im Februar.

Sonst aber können es die Gärtnerinnen und Gärtner wie die Schmetterlinge halten: Sich in Ruhe in die Sonne legen und wärmende Sonnenstrahlen tanken!

 

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