Naturgarten

Ameisen in unserem Garten

Hochzeitsflug bei der Schwarzen Wegameise

Ameisen sind in Staaten von einigen hundert bis mehreren Millionen Individuen organisiert. Ameisenstaaten besitzen mindestens drei Kasten: Arbeiterinnen, Königinnen und Männchen.

Die geflügelten Männchen sterben nach dem Hochzeitsflug, die Königin wirft ihre Flügel ab und beginnt mit dem Eier legen. Die Arbeiterinnen sind für Nestbau und -pflege, Brutpflege, Jagd und Verteidigung zuständig.

Ameisen ernähren sich von zuckerhaltigem Honigtau der Blattläuse, von Früchten und von erbeuteten Insekten.

Rote Gartenameise (Myrmica rubra)

Die Roten Gartenameisen leben in Nestern von durchschnittlich 15 Königinnen und 1000 Arbeiterinnen.

Rote Gartenameise zügelt eine Puppe

Es können sich Superkolonien bilden, die mehrere Nester umfassen. In ihrem Nest überwintern oft auch Raupen einiger Bläulingsarten, welche räuberisch von der Ameisenbrut leben.

Die Rote Gartenameise ist ein Allesfresser und ernährt sich von Aas, erbeuteten Insekten und Nektar.

Umzug der Ameisenbrut nach einer Störung im Nest:

Evakuation der Brut Transport einer Nacktpuppe Transport von 2 jungen Larven Transport von jungen und älteren Larven

Rote Gartenameisen verteidigen ihr Nest recht aggressiv, sie können sich gegen die schwarzen Wegameisen durchsetzen.

Rote Gartenameisen ernähren sich auch von ölreichen Anhängseln an Pflanzensamen und fördern somit die Verbreitung dieser Pflanzen.

Gelbe Wiesenameise oder Gelbe Wegameise, (Lasius flavus)

Die Gelbe Wiesenameise legt ihre Erdnester oft unter Steinen an und errichtet umfangreiche Erdhügel, die oft komplett von Gras überwachsen sind.

Die Arbeiterinnen sind 2 bis 4.5 mm, die Königin 7 bis 9 mm gross. Sie schwärmen von Juni bis September und halten eine Winterruhe.

Sie ernähren sich fast ausschließlich von Honigtau, welcher von Wurzelläusen, die sie in den unterirdischen Nestern züchten, ausgeschieden wird.

Wegen dieser Art der Nahrungsversorgung verlässt die Gelbe Wiesenameise nur selten das Nest, um nach Nahrung zu suchen. Darum haben die Nester kaum Ausgänge.

Schwarze Wegameise (Lasius niger)

Am 15. Juli 2019 war eine Ecke des Komposthaufens plötzlich voller geflügelter Ameisen, Königinnen (8-9 mm) und Drohnen (3.5-4.5 mm).

Hochzeitsflug: Geflügelte Königin und Drohnen
links unten Arbeiterin

Schwarze Wegameisen schwärmen an sonnigen Tagen zwischen Juni und September.

Anschliessend sterben die Drohnen, die junge Königin beisst sich die Flügel ab und gründet ein Nest. Sie verschließt sich in einer unterirdischen Kammer, legt Eier und zieht die ersten Arbeiterinnen auf.

Die Wanderung der Sonnenröschenblätter

Ein gelbes Sonnenröschenblatt läuft die Mauer hinauf

Schwarze Wegameise mit Roter
Mauerbiene an senkrechter Mauer

Ameisen auf dem Sitzplatz oder Ameisen in der Küche können lästig sein. Im Ärger geht aber leider oft vergessen, dass Ameisen in unserer Umwelt eine wichtige Rolle spielen.

Ameisen sind nützlich

Ameisen beeinflussen ihre Umwelt nachhaltig: Sie schichten die oberen Erdschichten um, sie bauen pflanzliches Material ab, sie verbreiten Pflanzensamen oder regulieren als Räuber die Bestände anderer Insekten.

Ameisen schützen die Pflanzen und Tiere, welche ihnen Nektar liefern, vor Fressfeinden.

Ameisen beherbergen Gäste in ihren Nestern, und sie ermöglichen mit der Pflege der Nadelbaum-Läuse die Waldhonigernte.

Und schließlich sind die Ameisen selbst eine wichtige Nahrungsquelle für andere Insekten und Spinnen, für Igel, Mäuse, Reptilien und Amphibien.

Blattläuse

Blattläuse leben seit etwa 200 Millionen Jahren auf der Erde. Sie ernähren sich von verschiedenen Pflanzenarten.

Dabei stechen sie mit dem Saugrüssel gezielt die Leitbündel der Wirtspflanzen an und saugen daraus Pflanzensaft.

Blattläuse saugen Pflanzensaft

Davon nehmen sie in erster Linie die Eiweisse auf, den Zucker scheiden sie hingegen grösstenteils als Honigtau wieder aus.

Ameisen werden vom Honigtau angelockt, sie mögen ihn so sehr, dass sie im Gegenzug die Blattlauskolonien vor feindlichen Übergriffen schützen.

Im Naturgarten halten sich die Schäden durch Blattläuse in Grenzen, denn hier halten verschiedene andere Insekten die Blattläuse in Schach.

Blattlausfeinde sind:
Marienkäfer und ihre Larven, Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven (sog. Blattlauslöwen), Schlupfwespenlarven, Raupenfliegen, Raubwanzen, Laufkäfer, Weichkäfer, Spinnen und Vögel.

Bei den meisten Blattlausarten wechselt sich eine geschlechtliche Generation (aus Männchen und Weibchen) ab mit mehreren (bis zu vierzig) aufeinanderfolgenden Generationen mittels Jungfernzeugung (nur Weibchen).

Durch Schlupfwespen parasitierte Blattlaus

Eine Schlupfwespe hat ein Ei in diese Blattlaus gelegt. Diese hat sich nun verfärbt und ist aufgebläht. In ihrem Innern entwickelt sich die Schlupfwespenlarve und schlüpft ca. 2 Wochen nach der Eiablage.

Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella)

Die Kohlmotten-Weibchen, auch Weisse Fliegen genannt, überwintern an verschiedenen Pflanzen.

Kohlmottenschildläuse sind nur 1.5 mm gross

Im Frühling legt jedes Weibchen bis zu 300 Eier in kreisförmigen Gelegen an der Blattunterseite von Kreuzblütlern ab. Die Larven sind zunächst mobil, spätere Stadien sitzen als Schildlaus fest auf dem Blatt. Sie saugen Pflanzensaft, entnehmen ihm die Eiweisse und scheiden den Zucker als Honigtau wieder aus.

Die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier dauert drei bis vier Wochen.

 

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